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Volkstrauertag 2020
picture alliance/dpa/TASS | Stanislav Krasilnikov

Hintergründe

Volkstrauertag 2020

Gott, trösten willst du uns?
Dann bitte jetzt.
Ich will ja glauben, dass es möglich ist:
unsere Welt in Frieden.
Fremde, die sich mit Achtung begegnen.
Freiheit. Toleranz. Schutz.
Ich bete für alle, die es anders erleben.
Habe Hoffnung. Irrsinnige Hoffnung.
Du wirst trösten.
Amen.

Dieses Gebet hat Pfarrerin Josephine Teske, alias Seligkeitsdinge Anfang November auf Instagram geteilt. Wer es mitbetet, legt Gott ans Herz: die Bitte um Frieden angesichts von Terror, Gewalt, Krieg.

Das ist ein Anliegen des Volkstrauertags. Er ist zudem ein Tag für die Trauer um die Frauen, Menschen und Kinder, die durch Krieg und Gewalt ihr Leben verloren haben oder deren Leben verletzt wurde.

"Gott, trösten willst du uns? Dann bitte jetzt!" Wer so betet, gewinnt Hoffnung.

Die Fantasie sieht nicht nur schwarz

Die Hoffnung auch nicht. Doris Joachim erzählt in ihrer hr2 Morgenfeier, woher in dunklen Zeiten Hoffnung kommt. Sie hält Ausschau nach Worten und nach Menschen, die von einem anderen Miteinander träumen und gerade jetzt Energie geben.

Sie hat mehr gefunden, als sie dachte: Inspirationen beim biblischen Propheten Jesaja, vom israelischen Autor David Grossman und vom ungewöhnlichen Programm "Babywatching", das nachweislich Gewalt reduziert.

War Opa auch dabei?

Die Tochter von Ksenija Auksutat kennt ihren Großvater von klein auf nicht anders: mit Kriegsverletzungen im Gesicht. Sie wusste: Opa war Soldat.

Irgendwann sieht sie bei einem Besuch in der Gedenkstätte des ehemaligen KZs Bergen-Belsen Bilder von den Gräueltaten der Nazis und fragt: "War Opa auch dabei?"

Ksenija Auksutat erzählt in ihren hr1 Sonntagsgedanken, wie der Großvater damit umgegangen ist, dass er als Soldat beim Zweiten Weltkrieg mitgemacht hat.

Hintergrund Volkstrauertag

Als der Erste Weltkrieg endete, die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts, haben sich viele einen Trauertag gewünscht, um an die gefallenen Soldaten zu erinnern. 1925 wurde erstmals der Volkstrauertag begangen. 

Er blieb nach dem Zweiten Weltkrieg ein geschützter Tag. In Hessen ist er ein Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus und die Toten beider Weltkriege, dieses Jahr am Sonntag, 15. November. Dann denken viele im Gebet und Gottesdienst an die Opfer von Krieg, Gewaltherrschaft und Terrorismus und beten um Frieden und Hoffnung.

Flattermann und Babylon Berlin

Flattermänner nannte man nach dem Ersten Weltkrieg die Männer, die die Gräuel des Krieges am ganzen Körper zittern ließ. Jüngst dargestellt in der ARD-Serie Babylon Berlin.

Da wird die Figur Kommissar Rath, gespielt von Volker Bruch, von unkontrollierbaren Zuckungen heimgesucht.

Der Fachausdruck heute ist posttraumatische Belastungsstörung. Besonders schlimm ist, wenn Kinder Krieg erleben und nicht verarbeiten können. Was ihnen helfen kann, dazu können Sie die hr1 Sonntagsgedanken zum Volkstrauertag 2012 von Ksenija Auksutat nachlesen.

Krieg wirkt lange nach

Davon zeugen Fliegerbomben aus den Weltkriegen, die immer noch gefunden werden. Vor drei Jahren mussten in Frankfurt mehr 60.000 Menschen evakuiert werden, um eine Weltkriegsbombe zu entschärfen. 

Vera Langner findet in ihrer damaligen hr2 Morgenfeier, dass auch in Lebensgeschichten Bomben vergraben liegen können. Für die braucht es ebenfalls Fachleute, um sie zu entschärfen.

Gebet für den Frieden

Krieg ist keine Naturgewalt. Er bricht nicht aus, sondern Menschen beginnen ihn. Die Erinnerung an die Toten mahnt zum Frieden. 

Bernd Spriestersbach erinnert sich in seinem hr4 Übrigens, wie er als Efljähriger den Volkstrauertag erlebt hat. Er ist heute froh, dass es diesen Tag gibt: um sich bewusst zu machen, wie furchtbar Krieg ist. Um für den Frieden zu beten.

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