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Volkstrauertag - Beten für den Frieden
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Volkstrauertag - Beten für den Frieden

Bernd Spriestersbach
Ein Beitrag von

Bernd Spriestersbach,

Evangelischer Schulpfarrer und Schulseelsorger, Hanau
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Gedenkstunden zum Volkstrauertag finden heute statt. Auch bei uns in Fulda. Am Mahnmal an der Michaelskirche. Zum Gedenken an die Opfer des Krieges. Und als Mahnung zum Frieden.

Mit Fackeln und Helm in blauen Uniformen standen sie um das ‚Ehrenmal‘. Reden wurden gehalten. Wir spielten mit dem Posaunenchor. Das sind meine Kindheitserinnerungen an den Volkstrauertag in den 1960er Jahren. Es werden wohl Feuerwehrmänner gewesen sein. Die mit den Fackeln. Auf dem Friedhof in meiner Heimatstadt im Taunus. Verstanden habe ich als Elfjähriger nicht wirklich, was dort geschah.

Als junger Pfarrer in Nordhessen habe ich dann alljährlich die Rede zum Volkstrauertag gehalten. Mit Kranzniederlegung und dem Lied vom guten Kameraden. Auf der Trompete gespielt. Die Gedenkfeier gehörte zum vorletzten Sonntag im Kirchenjahr dazu. Quasi Pflichtprogramm für Politiker, Vereine und die Kirche. Die, die sonst kamen, wurden älter und weniger.

Und heute? Der Volkstrauertag als Mahnung zum Frieden bleibt wichtig. Und leider notwendig, wenn ich die Entwicklungen in der Welt anschaue.
Viele Totenschädel zeigt das Mahnmal in Fulda. Und eine menschliche Figur mit nach oben weisendem Zeigefinger. Ein Hinweis auf Gott? Eine Aufforderung zum Gebet für den Frieden? Ich kann es nicht wirklich deuten. Jedenfalls finde ich es gut, dass es die Gedenkfeier am Volkstrauertag gibt. Und ich finde es gut, dass sie nach dem Gottesdienst stattfindet. Hier beten wir für den Frieden. Bringen unsere Angst vor Gewalt – gar Krieg - vor Gott. Dort am Mahnmal setzen wir ein sichtbares Zeichen: Nie wieder Krieg. 

Heute werde ich zur Gedenkstunde am Volkstrauertag hingehen. Aktiv werden. Und beten.

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