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Bekommen, um zu geben
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Bekommen, um zu geben

Michael Becker
Ein Beitrag von

Michael Becker,

Evangelischer Pfarrer i. R., Kassel
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Sie will unbedingt Geld gewinnen. Und sie gewinnt viel Geld bei „Wer wird Millionär?“ (n-tv.de 8.5.2019). 125.000 Euro gewinnt Hjördis vorige Woche und muss weinen. Das ist alles für die Bildung, sagt sie. Günter Jauch freut sich und sagt: Für das Geld kriegen Sie aber viel Bildung. Nein, sagt sie, nicht für mich. Und erzählt, wie sie voriges Jahr in Afrika war und plötzlich mit nur fünf Dollar festsaß. Aber 47 Studenten aus Afrika haben ihr eine Woche lang geholfen; sie untergebracht, verpflegt und für ihre Heimreise gesorgt. Das will sie endlich wieder gut machen, sagt sie. Und lädt von ihrem Gewinn alle 47 afrikanischen Studenten zu einer Rundreise nach Deutschland ein.

Das nenne ich ein Dankeschön. Sie geht in die Sendung, um zu gewinnen. Sie will das Geld aber nicht für sich behalten, sondern für andere ausgeben. Sie vergisst nicht, was man ihr Gutes getan hat. Sie bereitet sich vor und schafft es in die Sendung. Ihr Plan ging auf. Kein Wunder, dass sie ein bisschen weinen muss.

Ich bekomme nicht, um zu behalten; ich bekomme, um zu geben. Das gefällt mir. Manche Hände sind eher verkrampft, halten alles fest. Andere öffnen ihre Hände und teilen. Nicht, weil sie müssen, sondern weil sie dankbar sind. Und nie vergessen, was ihnen Gutes getan wurde. Wie viele haben mir schon geholfen, auf mich aufgepasst, mir einen Weg gezeigt und mich begleitet. Manchmal kann ich gar nicht genug danken. Und Gott nicht schöner loben, als wenn ich zutiefst dankbar bin.

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