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Reformationstag
Bild: Stefan K./Pixabay

Hintergründe

Reformationstag

Warum feiern wir den Reformationstag?

Am Reformationstag erinnern Protestanten in aller Welt an die Veränderungen, die die Reformation - angestoßen durch Martin Luther (1483-1546) -  ausgelöst hat und an die Entstehung der evangelischen Kirche vor 504 Jahren.

Den Mönch und Theologieprofessor Martin Luther störte, dass in der Kirche zu dieser Zeit viele Dinge praktiziert und gepredigt wurden, die gar nicht in der Bibel zu finden sind. In seinen 95 Thesen kritisierte er vor allem den Ablasshandel scharf. Im Mittelalter war es üblich, dass die Menschen Geld an die katholische Kirche zahlten und sich so von ihren Sünden loskauften.

Deshalb veröffentlichte Luther am 31. Oktober 1517 diese 95 Thesen gegen die Missstände der Kirche. Der Überlieferung zufolge soll er sie an diesem Tag an die Schlosskirche in Wittenberg genagelt haben.

In einem Prozess immer tieferer Einsichten kristallisiert sich für Martin Luther allmählich heraus, was schließlich zum Inhalt reformatorischer Theologie wird. An dem Glauben ist alles gelegen, darauf steht das ganze christliche Leben.

Der christliche Glaube gründet für ihn auf vier Säulen:

1. Säule: Allein durch Glauben

Wie kann ich vor Gott bestehen? Diese Frage bedrängt Luther lange Zeit. Im Römerbrief im Neuen Testament findet er die Antwort: Wer an Gott und seinen Sohn Jesus Christus glaubt, der ist bereits vor Gott gerecht. 

Wie diese Erkenntnis Martin Luther verändert hat und wie sie auch heute Menschen in Lebenskrisen Mut schenken kann, davon berichtet Tanja Griesel in ihren hr1 Sonntaggedanken "Du bist gut so, wie du bist" - Du bist ein Kind Gottes am 31.10.2021.

2. Säule: Allein die Heilige Schrift

Nicht Papst- und Konzilsbeschlüssen, sondern die Bibel, das Wort Gottes, ist für Christ*innen der verbindliche Maßstab für ihr Reden und Handeln.  

Davon hören sie mehr in den hr1 Sonntagsgedanken "Gott ist mein Coach" von Autor Hermann Trusheim.

Auch Autor Burkhard von Dörnberg erzählt davon, wie die Bibel uns hilft "in Freiheit selbstständig zu werden".  

Das Wort der Bibel schenkt auch Mut, zu unseren Überzeugungen zu stehen. Davon erzählt Dr. Joachim Schmidt in seiner hr2 Morgenfeier "Gewissen, Mut und Gott".

3. Säule: Allein durch Gnade

Was Gnade heißt und bedeutet, beschreibt Autorin Susanna Petig in ihrem hr4 Übrigens "Was gibt mir Halt" am 31.10.2021. 

4. Säule: Christus allein

Luther ist überzeugt, der Glaube an Christus allein trägt uns im Leben und im Sterben. Deshalb empfiehlt er: Abends bevor du ins Bett gehst und nicht weißt, wie die Nacht für dich wird, oder morgens wenn du aufstehst und der Tag vor dir liegt mit allem Ungewissen, segne dich mit dem Zeichen des Kreuzes und sage:

"Ich danke dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, deinen lieben Sohn, dass du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte dich, du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, dass dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, dass der böse Feind keine Macht an mir finde." (Luthers Abendsegen)

Weitere Gedanken dazu, erfahren Sie in der hr2 Morgenfeier "Was uns erschüttert, kann uns auch bewegen" von Autor Helmut Wöllenstein.

Reformationstag – Allerheiligen – Allerseelen

Die Kirchen begehen in diesen Tagen unterschiedliche Fest- und Gedenktage -  Reformationstag, Allerheiligen, Allerseelen . Diese Tage haben Wichtiges gemeinsam. Davon berichtet Autor Martin Berker in seiner hr2 Morgenfeier am 31.10.2021.

hr4 Thementag: Was gibt mir Halt?

Diese Frage stellte sich nicht nur Martin Luther auf dem Reichstag in Worms. Diese Frage ist auch heute aktuell. Am diesjährigen Reformationstag geht es im Morgenprogramm von hr4 in verschiedenen Beiträgen um Antworten und Beispiele, was Menschen zur Zeit der Reformation Halt gab und Menschsen heute gibt. Wenn Sie den "Luthermoment" beim Reichstag zu Worms nacherleben möchten, finden Sie Anregungen dafür hier

Und Halloween?

Als Martin Luther am 31. Oktober vor 504 Jahren seine kirchenkritischen Thesen veröffentlichte, war das der Vorabend des Allerheiligen-Festes. Halloween kommt von „All Hallow‘s Eve“, dem Abend vor Allerheiligen. Gruselige Masken gab es schon damals, um angebliche Geister zu vertreiben. Autor Fabian Vogt meint in seinem hr3 Moment mal: Bei allen Unterschieden berühren sich Reformationsfest und Halloween im Anliegen, Ängste zu überwinden.  

Kürbis

Etwa zur Zeit Martin Luthers fing der Kürbis-Anbau in Europa an. Entdecker wie Kolumbus haben im 16. Jahrhundert den Kürbis hierher gebracht. Seinen großen Auftritt hat das eindrucksvolle Gemüse zunächst in überwiegend katholischen Ländern wie Irland an Halloween, mit geschnitztem Gesicht und Kerze im ausgehöhlten Inneren. Das soll an einen irischen Bösewicht erinnern. Das flackernde Licht soll seine irrlichternde Seele darstellen. Auch keltische Einflüsse soll Halloween haben. Heute ist für manche Halloween und seine Bräuche schlicht Aberglaube, für andere ein Geschäftsmodell, für wieder andere ein harmloser Schabernack wie Fastnacht, ein Anlass zu feiern. 

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