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Prost Neujahr!
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Prost Neujahr!

Pia Arnold-Rammé
Ein Beitrag von

Pia Arnold-Rammé,

Katholische Pastoralreferentin, Referentin für Sozialpastoral, Frankfurt
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Prost Neujahr – so wird es heute Nacht wieder überall heißen. Das neue Jahr wird mit Sekt oder anderen Getränken begrüßt und sozusagen willkommen geheißen.

Prost oder auch korrekt Prosit Neujahr kommt ursprünglich aus dem Lateinischen und bedeutet: Es möge gelingen! Also wünschen wir uns gegenseitig: Das neue Jahr möge gelingen!

Ich finde das sehr schön. Gelingen, ein gelungenes Jahr, ein gelungenes Leben: das passt meiner Meinung nach sogar besser, als sich Glück und Gesundheit zu wünschen. Natürlich, keine Frage: wer wünscht sich nicht glücklich und gesund zu sein, auch im kommenden Jahr. Aber was, wenn das nicht passiert? Wenn ich unglücklich bin, weil man Partner sich von mir trennt, wenn ich schwer erkranke, wenn ich meine Arbeit verliere oder andere traurige Dinge in meinem Leben passieren? Ist dann alles misslungen?

Es möge gelingen, bedeutet für mich: auch wenn mein Partner sich von mir trennt, kann es mir gelingen, gut mit dieser Trennung umzugehen. Oder wenn ich schwer erkranke, kann es mir gelingen, dies als Chance zu bergreifen: mein Leben ändern, mich auf das wirklich Wichtige konzentrieren, die kleine Dinge des Lebens genießen.

Das alles, so finde ich, steckt in dem Gelingen drin. Es geht nicht darum, dass alles super, toll und himmelblau wird. Sondern es geht darum, dass ich auch mit den dunklen Seiten meines Lebens gut klarkomme. Auch wenn nicht alles rosarot ist, werde ich das Beste daraus machen. Dann gelingt mein Leben, auch in schwierigen Zeiten. Das ist natürlich manchmal leichter gesagt als getan. Wenn es mir wirklich schlecht geht, kann ich das Gelingen selten erkennen. Aber vielleicht kann das ja auch ein Vorsatz für das neue Jahr sein: versuchen, einer Sache immer das Beste abzugewinnen.

In diesem Sinne: Prosit Neujahr!

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