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Etwas heilmachen
GettyImages/LisaValder

Etwas heilmachen

Michael Becker
Ein Beitrag von Michael Becker, Evangelischer Pfarrer i. R., Kassel
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Sie hat ihre Oma geliebt, erzählt die Frau. Dabei war ihre Großmutter oft traurig, weil sie Witwe war. Und sie war krank. Das hat die Frau als Kind gesehen. Die Gelenke an ihren Händen waren steif; und Gehen fiel der Oma schwer. Manchmal musste man sie stützen. Oder Brot schneiden.

Die Oma hat Gicht

Das Kind wusste nicht, dass die Krankheit der Oma Gicht heißt. Es war schlimm genug, das immer zu sehen. „Manchmal“, erzählt die Frau, „habe ich der Oma beim Schlafen zugesehen. Sie legte sich dann auf die Bank in der Küche und ruhte sich aus, wie sie sagte.

In Wahrheit war Oma aber einfach erschöpft und schlief ein. Dann habe ich ihr zugesehen“, sagt die Frau. „Ich war so um die drei Jahre alt. Ich habe die Gelenke der Hände gesehen und war traurig. Wollte etwas tun. Der Oma etwas Gutes tun. Ich bin dann vorsichtig durchs Zimmer geschlichen“, erzählt die Frau, „immer auf Strümpfen. Und manchmal habe ich mit meinem einen Finger über die Gelenke der Oma gestreichelt.

Hoffen, dass Gott etwas heil macht

Ich habe gehofft, dass ich die Oma heil machen kann. Sie hat nichts gemerkt. Und ich war enttäuscht, dass es nicht ging. Oma wurde nicht heil. Trotzdem habe ich es gemacht. Man muss doch hoffen“, erzählt die Frau; „hoffen, dass Gott etwas heil macht, wenn wir es brauchen. Ich hoffe das heute noch. Und bete immer, dass es mir gelingt: etwas heil zu machen in der Familie oder bei Freunden, Nachbarn. Das will Gott doch“, sagt die Frau. „Dafür bin ich doch da auf der Welt.“

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