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Die Krippe und ihre Botschaft fürs neue Jahr
Bild: caronline_gluck

Die Krippe und ihre Botschaft fürs neue Jahr

Monika Dittmann
Ein Beitrag von

Monika Dittmann,

Katholische Seelsorgerin im Altenheim, Flörsheim am Main
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Meine Krippe steht noch. Ich habe in den letzten Tagen immer mal wieder davorgesessen, einfach nur hingeschaut. Mich gewundert – gewundert über das Kind im Futtertrog, im Stall.

Heute würden Maria, Josef und das Kind zu den Armen zählen

Heute würden die drei Gestalten, Maria, Josef und das Kind, vermutlich unter die Armen gerechnet. Zumindest mussten sie ja fliehen. Weltweit leben 3,4 Milliarden Menschen unter der Armutsgrenze, wie aus einem aktuellen Bericht der Weltbank hervorgeht. Über die Armen heute gibt es Statistiken. Hilfsorganisationen haben sie auch im Blick. Sie kommen kaum nach mit Hilfsaktionen und dem Welternährungsprogramm. Wenigstens sie schauen hin … und versuchen zu helfen.

Staunen über das kleine Wesen

Ich denke an Kinder, die im Kinderwagen von ihrer Mutter an mir vorbei geschoben werden. Wie gerne schaue ich in den Wagen, staune über das kleine Wesen. Kaum jemand kann an einem Kinderwagen vorbeigehen, ohne das Kind wahrzunehmen und sich zu freuen. Meist strahlen die Augen dann beim Weitergehen.

Kam Gott als „armes Kinde“ auf die Welt, damit wir hinschauen?

Ob sich Gott vielleicht deshalb als Kind in Bethlehem zeigt, damit Menschen hinschauen und sich freuen? Dass sie aufmerksam werden auf den menschenfreundlichen Gott? Und mir kommt der Gedanke: Ob Gott vielleicht deshalb in Armut seinen Weg über diese Erde beginnt, damit wir hinschauen – bis heute hinschauen auf die, die so leicht übersehen werden?

Dass wir die Armen dieser Welt nicht übersehen

Als Erwachsener hat Jesus an den Armen nicht vorbeigeschaut. Ich wünsche mir für das neue Jahr, dass viele Menschen die Armen nicht übersehen. Dass der Blick über das eigene Wohlergehen hinausgeht, weit über die eigenen Wünsche, die es sich zu erfüllen gilt. Ich habe so manche Idee - und wenn in diesen Tagen die Sternsinger umherziehen, folgen sie ja auch genau dieser Spur.

Ein gütiges Auge auf die Armut in der Welt richten

Meine Krippe steht jedenfalls noch. Sie mahnt mich, die Armut der Welt nicht zu vergessen. Und ich erinnere mich an ein Sprichwort aus der Bibel: „Wer ein gütiges Auge hat, wird gesegnet“ (Spr 22,9). Unter diesem Segen kann auch das neue Jahr gut werden.

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