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Kulturgesichter brauchen Solidarität
Bild:pixabay

Kulturgesichter brauchen Solidarität

Marcus C. Leitschuh
Ein Beitrag von

Marcus C. Leitschuh,

Katholischer Religionslehrer und Autor, Kassel
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"Ohne uns wird es still." Mit diesem Satz macht die Aktion "Kulturgesichter" auf sich aufmerksam. Überall in Deutschland lassen sich gerade Kulturschaffende fotografieren. Es entstehen eindrucksvolle Schwarz-Weiß-Fotos. Da sind Sängerinnen und Autoren zu sehen, Gastronomen und Tänzerinnen. Es sind Porträtfotos von Malerinnen und Veranstaltungstechnikern, Schauspielerinnen und Musiklehrern. Auch Kirchenmusiker sind zu sehen. Sie alle bringen etwas zum Ausdruck: Die Corona-Pandemie hat ihnen ihre Arbeitsmöglichkeiten geraubt. Keine Theateraufführungen, keine Konzerte. Ohne Kulturschaffende wird es still und dunkel. Unter den abgesagten Veranstaltungen leiden Stuhlverleihfirmen ebenso wie die Aufbauteams von Beschallungstechnik und Cateringanbieter.

Einige Schwarz-Weiß-Fotos von Kulturschaffenden hängen auch vor der Elisabethkirche in Kassel. Die Kirchengemeinde will damit etwas deutlich machen: Wir stehen an der Seite der Menschen, die durch die Corona-Pandemie Probleme bekommen haben. Und dazu gehören nicht nur die Folgen der Erkrankung. Es geht auch um berufliche Existenzen. Einige Kirchen planen deshalb, schon bald wieder ganz bewusst ihre Türen für Kulturschaffende zu öffnen. Sie bieten in den großen Kirchen sichere Räume für Kultur an. Das sind kleine Hoffnungsschimmer, da wo es kulturell still und dunkel ist. "Kultur.Liebe.Hoffnung" nennt die schon erwähnte Elisabethkirche diese Öffnung. Christliche Nächstenliebe - ganz praktisch. Denn an der Kirche hängen nicht nur die Porträtfotos der "Kulturgesichter" außen an der Kirchenwand. Innen können Sie die Kasseler Kulturschaffenden dann auch bald in Aktion erleben. Damit die christliche Nächstenliebe nicht nur ein frommes Wort bleibt, sondern ganz praktisch erlebt werden kann.

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