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Heimat ist mehr als der Ort meiner Kindheit
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Heimat ist mehr als der Ort meiner Kindheit

Guido Hepke
Ein Beitrag von

Guido Hepke,

Evangelischer Pfarrer, Weilburg
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Heimat ist für mich der Ort meiner Kindheit. Hier kenne ich jeden Baum und jeden Strauch. Und auch den Geheimweg in Nachbars Garten. Vorbei an dem Hund, der immer im Hof an der Kette gezogen hat. Aber wir Kinder haben gewusst, wie lang die Kette ist.

Seit meinem Umzug nach Hessen habe ich eine neue Heimat in Weilburg gefunden. Ich mag die Landschaft mit ihren Bergen und der Lahn. Heimat, das ist hier das Schwätzchen auf der „Gass“. Man kennt sich. Es ist schön, einen Moment zu verweilen – und miteinander zu reden.

Heimat ist also viel mehr als der Ort, in dem ich aufgewachsen bin.

Heimat, das sind vor allem all die Menschen, denen ich verbunden bin. Die mir nahestehen: Familie, Freunde, Nachbarn. Wo ich Gemeinschaft erlebe, im Verein, in der Kirche – da ist Heimat.

In diesem Sinne ist die Bibel für mich ein Heimatbuch.

Gottes Gebote bieten eine Hilfe an, damit das Miteinander leichter gelingt. „Behandelt die Menschen so, wie ihr selbst behandelt werden wollt!“ – So bringt Jesus im Neuen Testament Gottes Willen auf den Punkt. Ein guter Tipp, damit Beisammensein gelingt. Beim Schwätzchen auf der Gass – oder auch sonst im Alltag.

Zugleich erzählt die Bibel: Gott lädt in seine Gemeinschaft ein. Er verbindet sich mit den Menschen, schenkt Heimat.

Manchmal spüre ich das. Wenn ich an der Lahn spaziere und mich darüber freue, wie schön Gott meine Heimat gemacht hat. Oder auch im Gottesdienst, wenn ich das Miteinander in der Gemeinde genieße. Beim Singen oder Beten spüre ich: hier bin ich zuhause.

Alle Heimaterfahrungen sind wie Hinweisschilder. Sie machen deutlich: Bei Gott haben wir eine Heimat. Für alle Zeit.

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