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Lichter im Ramadan
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Lichter im Ramadan

Andrea Seeger
Ein Beitrag von Andrea Seeger, Evangelische Theologin
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Moderator/in:  In Frankfurt leuchten seit dieser Woche Sterne, Halbmonde und der Schriftzug „Happy Ramadan“. Anlass ist der islamische Fastenmonat. Die Stadt Frankfurt will damit ein Zeichen setzen gegen Rassismus und Ausgrenzung, das Miteinander stärken. Für Andrea Seeger von der Evangelischen Kirche ein Zeichen der Hoffnung in Zeiten von Krisen und Kriegen.

Halbmonde, Sterne und Laternen leuchten abends in der Frankfurter Innenstadt, genauer gesagt in der Fressgass. Zum ersten Mal lässt die Stadt Frankfurt damit Lichter erstrahlen anlässlich des islamischen Fastenmonats Ramadan. Und das ist gut so.  

Im Advent und zu Weihnachten ist die Fressgass schon immer schön beleuchtet und auch zum jüdischen Chanukkafest erstrahlen hier traditionell festliche Lichter. Nun auch zu Ramadan. Ein gutes Signal. Denn in Frankfurt leben mehr als 100.000 Muslime. Viele von ihnen werden sich freuen, dass ihre Religion gewürdigt und gefeiert wird mit der Festbeleuchtung.

Christen, Judentum und Isalm haben einiges gemeinsam

Als Christin freue ich mich mit ihnen. Denn Christentum, Judentum und Islam haben einiges gemeinsam. Wir teilen viele Werte: Demut vor Gott und der Schöpfung, Mitmenschlichkeit, Dankbarkeit, Nächstenliebe und Barmherzigkeit. Und: wir schöpfen aus unserem je eigenen Glauben Kraft und Sinn.

Im Ramadan besinnen sich Muslime darauf, was wichtig ist in ihrem Glauben. Ich als Christin freue mich auf Ostern. Die Botschaft von Jesu Tod und Auferstehung ist die Kernbotschaft meines Glaubens.

Freude strahlt aus

Auch wenn die Glaubensinhalte verschieden sind: Es gefällt mir, wenn Menschen ihre Religion mit ihren Traditionen leben und ihre religiösen Feste mit Freude feiern.

Und ich bin überzeugt: Ein bisschen von der besonderen Glaubens-Freude kann auf alle Menschen ausstrahlen. Bis zum Ende des muslimischen Fastenmonats sogar mit sichtbarer Leuchtkraft. 

Gemeinsam auf dem Weg

Glaubensfreude leuchten lassen, Gemeinsames stärken, sich miteinander auf den Weg machen: In Zeiten, in denen Rassismus zunimmt, in denen Menschen niedergemacht werden, auch, weil sie einer anderen Religion angehören, ist ein wichtiges und deutliches Zeichen.

Ein anderes Zeichen gegen Rassismus: in der Frankfurter Katharinenkirche feiern Christen, Juden und Muslime morgen einen gemeinsamen Gottesdienst. Schulter an Schulter gegen jede Form von Menschenfeindlichkeit. Ich bin sicher: Gott gefällt das.

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