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Adventskranz mal anders
Bild: pixabay

Adventskranz mal anders

Christoph Hartmann
Ein Beitrag von Christoph Hartmann, Lehrer und Referent für Schulpastoral
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Während der Sonntagsgottesdienste im Advent wird in meiner Kirchengemeinde passend zum Sonntag die jeweilige Adventskerze entzündet. In diesem Jahr sind es wie immer vier Kerzen, die aber nicht auf einem Adventskranz stehen. Sie stehen auf Holzstämmen. Hinzu kommt, dass sie sich in ihrer Höhe unterscheiden. Eine ähnliche Form kenne ich auch in meiner Familie. Da stehen die Kerzen auf einem Holzständer nebeneinander.

Ein Bruch mit der Tradition

Diese zwei Formen entsprechen nicht der über 180-jährigen Tradition des Adventskranzes, denn eigentlich ist er rund um die Ewigkeit zu symbolisieren. Dieser Gedanke geht bei dem Adventskranz in meiner Kirche und auf unserem Küchentisch verloren. Vielmehr richtet sich der Fokus bei dem Nebeneinander und der unterschiedlichen Höhe der Kerzen auf zwei ganz andere Aspekte.

Advent – eine Dynamik

Der erste Aspekt betrifft die Höhe der Kerzen. Wenn ich von der Kerze, die am höchsten steht, ausgehe, bekommt die Adventszeit eine Dynamik. Jesus, der für Christen das Licht der Welt ist, kommt Woche für Woche immer näher, immer mehr ins Leben der Menschen. ER bringt sein Licht auf die Erde, bis er Weihnachten schließlich selbst Mensch wird. Im Englischen wird das besonders deutlich. Da hören sich die Worte für Sohn und Sonne gleich an. Daher ist es klar, wenn der Sohn Gottes "the son of god" in die Welt kommt, kommt auch die Sonne in die Welt und macht alles hell.

Advent – ein Weg

Der zweite Aspekt bezieht sich darauf, dass die Kerzen nebeneinanderstehen. Dadurch wird für mich ebenfalls eine Dynamik beschrieben. Es ist die Dynamik des Weges. Wir alle sind unterwegs. Auf dem je eigenen Lebensweg. Mit seinen kleinen und großen Herausforderungen. Dabei lädt der Advent mich dazu ein, meinen Lebensweg genauer zu betrachten. Wo hakt es möglicherweise oder wo klemmt es? Wo möchte ich, dass Jesus sein leuchtendes Licht hinein strahlt? Denn davon bin ich als Christ überzeugt: Dort, wo ich Jesu Licht in mein Leben hineinlasse, schwindet die Dunkelheit. Da wird mein Leben Heil. Mit dieser doppelten Dynamik des Lichtes und des Weges gehe ich voller Hoffnung auf Weihnachten zu. In diesem Jahr besonders mit dem doppeldeutigen Gedanken, dass "the son of god" Mensch wird und Licht in die Welt bringt.

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