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Aufmerksamkeit für Außenseiter
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Aufmerksamkeit für Außenseiter

Christoph Hartmann
Ein Beitrag von Christoph Hartmann, Lehrer und Referent für Schulpastoral
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In der Regel ist es doch so, dass nicht die Gesunden im Wartezimmer beim Arzt sitzen, sondern die Kranken. Denn sie sind es, die Hilfe benötigen. Das macht auch Sinn!

Nicht nur heute, sondern auch schon zur Zeit Jesu. Denn Jesus richtete sein Wirken nach dieser Maxime aus und handelte danach: Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Natürlich kommt diese Maxime nicht immer gut an. Wollen doch oft jene, die gut dabei sind - im Glauben, in der Gesellschaft - gerne gelobt werden. Aber Jesus hat oftmals eben die anderen - wie er es formuliert, die Kranken im Blick!

Von daher finde ich es sehr sympathisch, dass Jesus als Freund der Sünder und Zöllner beschrieben wird. Denn irgendwie bin ich, sind wir alle Sünder. Eben Menschen, die Fehler machen, sich irren und hin und wieder die göttlichen Gebote brechen!

Jesus streckt die Hand aus

Um solch einen Menschen geht es heute im Evangelium, das in den katholischen Gottesdiensten gelesen wird. Matthäus ist Zöllner. Beim jüdischen Volk der damaligen Zeit nicht gerade geschätzt. Denn Zöllner machten gemeinsame Sache mit den Römern und kassierten viel mehr, als sie mussten. Dieses Verhalten hatte seinen Preis. Und so war es kein Wunder, dass keiner mit ihnen etwas zu tun haben wollte! Das spürte auch Matthäus. Jesus, der die Sehnsucht des Zöllners erkannte, weiß, dass Menschen Gemeinschaft brauchen! Kein Mensch lebt für sich alleine. Und so ruft er Matthäus in seine Nachfolge! Was muss dieser Jesus für ein Charisma gehabt haben, dass Matthäus auf die drei Worte Jesu "Folge mir nach!" aufsteht, alles zurücklässt und Jesus folgt.

Zurück in der Gesellschaft

Was muss das für ein Fest für Matthäus gewesen sein! Jesus reicht ihm die Hand und holt ihn so ins Leben zurück. Er darf wieder mitmachen! Er gehört wieder dazu! Solch ein Neuanfang ist etwas Wunderbares. Heute darf ich mir überlegen, wo ich anderen bei einem Neuanfang zur Seite stehen kann. Oder aber auch, wo ich selbst einen Neuanfang starten darf! Endlich Dinge aufzugeben, die mich unglücklich machen und mein Leben zerstören. Nur Mut! Jesus ist es, der die Hand reicht und uns alle ins wahre Leben holen möchte.

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