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Das Glück kommt nicht von allein
Bild: lumpi/Pixabay

Das Glück kommt nicht von allein

Bernd Spriestersbach
Ein Beitrag von Bernd Spriestersbach, Evangelischer Pfarrer i. R., Fulda
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„Das Glück kommt nicht von allein“. Ungewollt höre ich das Gespräch mit. Im Fitnessstudio. Ich mache meine Rückenübungen. In Hörweite von mir die beiden Ruheständler. Sie pausieren für einen Moment. Sitzen nebeneinander. An ihren Trimmgeräten. „Natürlich kommt das Glück nicht von allein. Ist doch klar. Du musst planen. Miet‘ dir einen Wohnwagen. Und zweimal weg im Jahr.“ Vehement redet der eine auf den anderen ein. Der wirkt etwas niedergeschlagen. Und der andere redet weiter auf ihn ein: „Einmal im Monat gehe ich ins Theater. Da freu‘ ich mich schon vorher drauf. Und zehre hinterher davon.“ Die gutgemeinten Ratschläge überschlagen sich fast: „Du musst einfach einmal raus. Mach Urlaub. Eine Busreise. Du wirst sehen, das hilft. Was anderes sehen. Tapetenwechsel. Du musst es nur planen“.

Ob die Vorschläge angekommen sind? Ich weiß es nicht. Ich gehe weiter zum nächsten Gerät. Das Gespräch geht mir nach. Es stimmt ja: Kleine und große Unterbrechungen des Alltags sind wichtig. Machen Glücksgefühle. Der geplante Sommerurlaub - ich freu mich drauf. Ein Highlight dann und wann, wenn ich es mir leisten kann und die Gesundheit mitmacht, das tut gut.

Natürlich weiß ich, dass zum Glück mehr gehört als alle paar Wochen ein Ausbruch aus dem Alltag. Als Christ bin ich dankbar, dass ich weiß: Ich bin nicht nur selbst für mein Glück verantwortlich. Ich kann ein glückliches Leben aus Gottes Hand leben. In der Bibel gibt es den schönen Satz: Gott nahe zu sein ist mein Glück. (Ps 78,28).

Das ist ein noch ganz anderes Glück als das, das ich planen und machen kann.

Mich in Gottes Nähe wissen. Mich darüber freuen. Jeden Tag. Das gibt Kraft für den Alltag. Und geschenktes Glück ist auch dabei.

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