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Segensreiche Orte
Bild: mandi 3000/Pixabay

Segensreiche Orte

Kathrin Wittich-Jung
Ein Beitrag von

Kathrin Wittich-Jung,

Evangelische Pfarrerin, Wolfhagen
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Es gibt die Orte, die besonders sind. Orte, an denen ich mich mit Gott besonders verbunden fühle.

Der Monte Luppia- ein wichtiger Ort für meinen Glauben

Zum Beispiel beim letzten Urlaub am Gardasee: Wir sind auf den Monte Lúppia gewandert. Das war unglaublich anstrengend. Der Weg war steinig und voller Geröll. Oben angekommen, lag unter uns der See mit den vielen Booten. Die Häuser waren klein und die Menschen nur winzige Punkte. Und die Natur war so groß. Der strahlend blaue Himmel. Der blaugrüne Gardasee. Die Berge drum herum. Und ich fühlte mich klein. Und Gottes Schöpfung war so groß.

Das ist ein Ort, an den ich mich gerne erinnere und der für meinen Glauben wichtig ist.

Es gibt auch Worte, in denen mir Gott begegnet

Dann gibt es diese Worte, die mir im Herzen sind. Und in denen mir Gott begegnet:

Ein solches Wort ist für mich der Segen, der am Ende jeden Gottesdienstes gesprochen wird. Da heißt es:
"Gott segne dich und behüte dich. Gott lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Gott erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden." (4. Mose 6, 24-26)

Gott segnet Aaron beim Auszug aus Ägypten

Gott sagt die Worte zu Aaron, als das Volk Israel aus der Sklaverei in Ägypten ausgezogen ist. Nun ziehen sie durch die Wüste ins gelobte Land. Das Volk fragt immer: "Wo ist denn Gott? Wir spüren ihn überhaupt nicht." Unterwegs durch die Wüste ist es schwierig, Gottes Gegenwart zu spüren. Und so gibt Gott Aaron diese Worte, in denen man Gott spüren kann.

Dieser Segen tut auch mir immer wieder gut

Mir geht das heute auch noch so: Wenn ich mit diesen Worten gesegnet werde, fühlt es sich an, als würde sich ein Zeltdach über mir spannen. Wo ich geborgen bin. Und wo ich "Ich" sein kann.

Beim Hören und Fühlen der Worte werde ich ganz ruhig in meinem Inneren.

Es gibt die Orte, da fühle ich mich Gott ganz nah. Und die Worte sind so ein Ort. Segen ist für mich was ganz Konkretes. Und Segen ist immer auch Gefühl: Geborgensein. Geliebt. Gehalten.

Gott geht mit an unsere besonderen Orte

Gott geht mit, an unsere besonderen Orte. Und er findet mit uns neue Orte. Auch wenn da das Gefühl ist, der Segen Gottes hat mich verlassen. Ich glaube: Trotzdem ist er da. Weil sein Segen jedem von uns persönlich gilt. Und auch seiner Schöpfung – also auch unseren Familien, den Kindern, den Vögeln am Himmel und auch den Tränen. Gott geht mit. Wir sind nicht allein!

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