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Ein Glück für Arme
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Ein Glück für Arme

Michael Becker
Ein Beitrag von

Michael Becker,

Evangelischer Pfarrer i. R., Kassel
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Ein Keller voller Essen, den hat ein Ehepaar in einem Dorf bei Stuttgart (focus.de 8.9.21). Jede Woche lagern da um die 350 Kilo: Salat, Gemüse, Früchte, Brot. Sie wollen das aber nicht essen, sondern verschenken an Menschen, denen Geld fehlt. Neuerdings gehört zum Keller auch ein Geschäft mit dem Namen "NetzwerkLaden". Dort werden für wenig Geld reine Naturprodukte verkauft. Im Supermarkt würden sie weggeworfen, beim Ehepaar tut es Menschen aus der Umgebung noch gute Dienste.

Es wird ja so viel weggeworfen, längst nicht nur Schlechtes. Auch von mir, muss ich gestehen. Und von vielen Haushalten, Supermärkten, Hotels. Zwölf Tonnen Lebensmittel werden jedes Jahr vernichtet. Zugleich gibt es immer mehr Menschen an der Armutsgrenze, die kaufen das gerne für wenig Geld oder nehmen es als Geschenk. Wenn die Menschen sich dann im Laden des Ehepaares treffen, werden auch gute Worte gewechselt und noch andere Hilfe ausgetauscht.

Das Ehepaar glaubt nämlich an Gott, sagen sie leise. Und daran, dass Gott ihnen beisteht, wenn sie für Menschen da sind. Die beiden leuchten ein wenig, als sie das der Zeitung erzählen. Ein gutes Werk gelingt leichter, wenn man Verbündete hat: mit Gottes und der Menschen Hilfe. Das ist wie früher, als christliche Gemeinden Diakone wählten, die sich um andere kümmerten. Niemand soll Hunger haben oder Durst; alle sollen ein Dach haben über dem Kopf. Das ist Gottes Wille. Und es gibt Menschen, die das ganz ernst nehmen. Die sind ein Glück für Arme.

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