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Dämmerstündchen
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Dämmerstündchen

Rolf Müller
Ein Beitrag von

Rolf Müller,

Pastoralreferent Pfarrei Mariä Himmelfahrt, Frankfurt
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Ich kann mich noch gut an ein Ritual erinnern, das ich als Kind oft bei mir zuhause erlebt habe. Mein Vater hat es „Dämmerstündchen“ genannt; und es war meistens an einem Sonntag im Advent. Wir Kinder haben uns dann alle im Wohnzimmer getroffen, mein Vater hat alle Lichter ausgemacht, nur ein einziges Petroleumslämpchen stand auf dem Tisch. Ganz besonders war ich immer auf die Geschichte gespannt, die mein Vater uns dann vorgelesen hat. Meistens war es eine Legende von einem Heiligen, manchmal aber auch ein Märchen oder einfach nur eine Geschichte, wie es im Advent früher so war. Und dann gab es oft noch einen leckeren heißen Kakao dazu. Es wurde viel erzählt und auch viel gelacht.

Die Dämmerstündchen waren für mich als Kind immer ein echtes Highlight im Advent. Vielleicht, weil die Mischung gestimmt hat: eine schöne Gemeinschaft und eine gute Atmosphäre, viel Ruhe und Zeit; dazu gab was Interessantes zu Hören und was zu Erzählen.

Ich hab mir überlegt: Warum könnte ich so ein Dämmerstündchen nicht auch als Erwachsener einmal ausprobieren? Wäre das nicht eine gute Gelegenheit für mich, etwas Ruhe und Besinnung in die oft so anstrengende Adventszeit zu bekommen?

Und so habe ich ein Dämmerstündchen geplant. Es soll an diesem Sonntag stattfinden. Drei gute Freunde habe ich mir dazu eingeladen. Jeder von ihnen soll seine Lieblingsadventsgeschichte mitbringen, die wir uns dann gegenseitig erzählen wollen. Ich freu mich schon auf das, was ich da alles zu hören bekomme! Für meine Wohnung habe ich mir eine schöne große Kerze gekauft, und auch die Zutaten für heißen Kakao und Tee sind schon da. Jetzt bin ich gespannt, wie das werden wird. Denn: Ruhe, Gemeinschaft und Besinnung kann ich sehr gut gebrauchen im Advent.

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