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Januar für Klugscheißer
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Januar für Klugscheißer

Martin Vorländer
Ein Beitrag von

Martin Vorländer,

Evangelischer Pfarrer und Theologischer Redakteur im Medienhaus Frankfurt
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Klugscheißer-Wissen für die nächste Videokonferenz: Warum heißt der Januar Januar? Der Monatsname kommt von dem römischen Gott Janus. Der war der Gott des Anfangs und Endes. Janus wurde dargestellt als ein bärtiger Mann mit zwei Gesichtern. Das eine Gesicht schaut zurück, das andere nach vorn.  

Was war? Was kommt?

Ich finde, das passt zum Januar. Da schaue ich ebenfalls zurück auf das letzte Jahr. Und ich schaue voraus: Was kommt? Da bin ich dieses Jahr misstrauischer als sonst und rechne mit allem. Denn im Rückblick kann ich nur staunen: Im Januar vor einem Jahr hat niemand auch nur geahnt, dass uns eine Pandemie fest in ihren Griff nehmen würde.

Es gab die Nachrichten aus China, vom Lockdown in der Millionenstadt Wuhan. Wir dachten: So etwas geht hier in Europa nicht. Und haben nicht geahnt, dass wir in unsere eigene Zukunft schauen.

Der Blick zurück zeigt, dass ich auf alles gefasst sein muss

Was bringt mir der Blick zurück? Vielleicht, auf alles gefasst zu sein. Vorher wusste ich theoretisch: Unser sicheres Leben hier in Deutschland ist nicht selbstverständlich. Klar, einzelne Erschütterungen gab es immer. Aber das vergangene Jahr hat nicht nur theoretisch, sondern schrecklich konkret gezeigt: Nichts ist selbstverständlich.

Was gibt mir Kraft für 2021?

Ich will nicht nur Schlimmes aus dem Rückblick mitnehmen. Also: Was gibt mir Kraft für 2021? Ich habe viel gelernt im letzten Jahr, weil ich musste. Die verschiedenen digitalen Tools, die ich für die Arbeit zwischen Büro und Homeoffice brauche. Ich habe gelernt, wie ich Verbindung über Distanz hinweg halte zu Freunden und Familie. Es war ein Training in der Kunst: Mach das Beste aus der Situation, wie sie gerade ist!

Beten gibt Kraft

Und ich habe gebetet. Natürlich, als Pfarrer und Christ gehört das schon immer zu mir. Aber ich habe sehr viel mehr gebetet. Das gibt mir Kraft. Ich bin sicher: auch im neuen Jahr. Mein Gebet für den doppelgesichtigen Januar ist ein Segen aus der Bibel: „Gott behüte dich vor allem Übel, er behüte deine Seele. Gott behüte deinen Ausgang und Eingang.“ (Psalm 121,7-8)

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