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Wie peinlich?!

Wie peinlich?!

Rolf Müller
Ein Beitrag von

Rolf Müller,

Pastoralreferent Pfarrei Mariä Himmelfahrt, Frankfurt
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Das war mir peinlich! Vor zwei Monaten bin ich zu Fuß in mein Büro gelaufen, so wie fast jeden Tag. Aber dieses Mal war ich total in Gedanken, und dann ist es passiert: Ich laufe voll gegen die Stange von einem Straßenschild. Ich bin sehr erschrocken, aber weh getan habe ich mir Gott sei Dank nicht. Das allererste aber, was ich nach dem Zusammenstoß gemacht habe, war: Ich habe mich umgeschaut, ob mich jemand dabei gesehen hat. Denn das Ganze war mir so peinlich. „Die Leute denken, der ist verrückt“, hab ich mir spontan gedacht.

Oft reagiere ich so, wenn mir so etwas passiert. Wenn ich beim Gehen stolpere oder wenn mir mal wieder der Schlüssel runter fällt – immer schaue ich zuerst, ob es andere gesehen haben könnten. Immer ist mir das viel zu peinlich!

Noch am Abend nach meinem „Zusammenprall“ habe ich einem guten Freund davon erzählt. Und ich war fasziniert davon, was er mir dazu gesagt hat. Denn ihm sind solche Sachen auch schon ganz oft passiert. „Ich bin da ein echter Schussel“, hat er mir schmunzelnd gesagt. „Ich bin also nicht alleine so“, habe ich mir im Stillen gedacht. Und ihm sind sie gar nicht peinlich wie mir. Er lacht darüber und nimmt sich einfach vor, das nächste Mal besser aufzupassen. „Das passiert doch jedem mal, wir sind doch nur Menschen“, hat er mir gesagt.

Davon will ich mir eine Scheibe abschneiden. Mir muss nicht immer gleich alles peinlich sein. Ich will nicht immer nur darauf achten, was andere Leute jetzt gerade von mir denken. Wie jeder Mensch habe auch ich meine Schusseligkeiten – dafür muss ich mich nicht schämen. Dazu gehört für mich auch, dass ich andere nicht anstarre oder auslache, wenn ihnen mal so etwas passiert. Mir ist doch klar: Wir sind alles nur Menschen!

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