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„Immer den Heiligen nach“ – Allerheiligen
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„Immer den Heiligen nach“ – Allerheiligen

Daniel Stehling
Ein Beitrag von

Daniel Stehling,

Pastoralreferent und Katholischer Religionslehrer, Fulda
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Gemurmel und Diskussionen. Suchendes Umherschauen. Allgemeine Ratlosigkeit. Mit einer ganzen Gruppe Kinder stehe ich mitten im Wald an einer Wegkreuzung. Wir sind auf dem Elisabethpfad unterwegs. Und wissen nicht, welchen Abzweig wir nehmen sollen. Auf einmal ruft der kleine Vincent: „Kommt, wir müssen hier lang. Immer der Heiligen nach!“ Er hat das Wanderzeichen gefunden. Es zeigt eine Darstellung der heiligen Elisabeth von Thüringen. „Immer der Heiligen nach!“ Damit hatte Vincent für unsere Wanderung auf dem Elisabethpfad Recht. Mich aber beschäftigt dieser Satz von Vincent noch ein ganzes Stück des Weges. Während wir weiter wandern, wird mir klar: Das ist eine tiefe christliche Weisheit, die Vincent da ausgesprochen hat. Immer der oder den Heiligen nach in meinem Leben! Sie sind ja schließlich durch ihr an Gott orientiertes Leben zum Vorbild geworden. Folge ich ihnen, dann bin ich auf dem richtigen Weg, denke ich bei mir.
Heilige – das sind zuerst einmal all die Menschen, die von der Kirche offiziell heiliggesprochen wurden. Menschen also, die die Kirche als besondere Vorbilder im Glauben ansieht. Menschen, die durch ihr Verhalten mir, Ihnen und jedem anderen Menschen eine Orientierung im Leben geben können. Franz von Assisi, der heilige Nikolaus und St. Martin sind die bekanntesten von ihnen. Sie und viele andere sind heilig, weil sie der Liebe Gottes auf dieser Welt ein Gesicht und ihre Hand gegeben haben. An diese Vorbilder denken katholische Christen am heutigen 1. November, dem Fest Allerheiligen.
Untrennbar mit diesem Fest verbunden ist der morgige Allerseelentag. Ein Festtag für die Verstorbenen, die zwar keine offiziellen Heiligen sind, die aber ebenfalls durch ihr Leben die Liebe Gottes sichtbar gemacht haben. Ich zum Beispiel denke dabei an meine Omas, Opas, Tanten und Onkel und auch meinen Bruder. Ich glaube und hoffe, dass sie so gelebt haben, dass sie zu den vielen Vorbildern gehören, die im Kleinen wirken. Gleichzeitig denke ich an mich und mein Leben. Auch ich soll in meinem Alltag so handeln, dass ich solch ein Vorbild werden kann. Na dann: Immer den Heiligen, immer den Vorbildern nach!

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