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Beten und handeln

Beten und handeln

Marcus C. Leitschuh
Ein Beitrag von

Marcus C. Leitschuh,

Katholischer Religionslehrer und Autor, Kassel
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Heute ist Weltgebetstag. Seit 130 Jahren verabreden sich immer am ersten Freitag im März christliche Frauen auf allen Kontinenten zum gemeinsamen Gebet. Gemeinsam beten sie dafür, dass Frauen und Mädchen überall auf der Welt in Frieden, Gerechtigkeit und Würde leben können. Übrigens: Längst nicht nur ein Anliegen von Frauen. Deshalb sind es auch nicht mehr – wie in den Anfangsjahren – ausschließlich Frauen, die sich zum Gebet treffen. Allein in Deutschland besuchen Jahr für Jahr rund eine Million Frauen, Männer, Kinder und Jugendliche die heutigen Gottesdienste und Veranstaltungen. Der Weltgebetstag schärft den Blick auf weltweite Herausforderungen wie Armut, Gewalt gegen Frauen und Klimawandel. Aus den Vorbereitungen zum Weltgebetstag sind im Laufe der Jahre zahlreiche Initiativen entstanden: von Bildungsangeboten für Kinder und Jugendliche, über ökumenische Frauenfrühstücke, Kooperationen mit Weltläden und dem „fairen Handel“ bis zu Beratungsangeboten für Zwangsprostituierte. – Beispiele die zeigen: Es darf nicht nur bei einem gut gemeinten Gebet bleiben. Natürlich ist es gut und richtig, Gott um etwas zu bitten. Aber das darf nicht zur eigenen Passivität führen. Wer um etwas bittet, der sollte sich auch fragen, was er selbst direkt zur Verwirklichung der Bitte beitragen kann. Ein Gebet ist kein Weggeben eines Problems an Gott. Vielmehr bringt ein Gebet etwas ins Wort, stellt es auf die Tagesordnung, ruft nach Veränderung. Wenn Frauen und Männer heute beim Weltgebetstag auf die Nöte in der globalisierten Welt schauen, dann nehmen sie diese Welt ins Gebet und werden auch aktiv. In dieser Weise lade ich Sie ein, nehmen sie mit einem persönlichen Gebet am Weltgebetstag teil. Ob bei einem der Gottesdienste oder ganz alleine. Reihen Sie sich ein in den Kreis der Menschen, die für unsere Welt beten und die Probleme unserer Zeit nach bestem Können anpacken.

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