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Reformationstag
Bildquelle: Hans Benn/Pixabay

Reformationstag

Dr. Elisabeth Krause-Vilmar
Ein Beitrag von Dr. Elisabeth Krause-Vilmar, Evangelische Pfarrerin, Bad Vilbel
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Heute ist Reformationstag.

Was die Reformation angezettelt hat, ist etwas Ungeheuerliches.

Martin Luther hat erkannt: Der Glaube an Gott ist unverfügbar. Nichts und niemand steht zwischen Gott und dem Menschen. Keine kirchliche Macht kann den Glauben überwachen, überprüfen und austeilen.

Die Religion legt keine Zwänge auf. Regeln und Brauchtum können Menschen helfen, sie sind aber kein Selbstzweck. Christinnen und Christen sind frei und ihrem Gewissen gegenüber verantwortlich.

Und noch etwas hat Luther erkannt:

Gottes Liebe ist nicht der Lohn von guten Leistungen und harter Arbeit. Gott liebt bedingungslos.

 

Die mehr als 500 Jahre alte Botschaft der Reformation klingt in heutiger Sprache so:

Du bist von Gott angenommen. Du brauchst nichts dafür zu leisten. Du hast nicht irgendwie zu sein. Du bist gut genug in Gottes Augen.

Und egal, was andere sagen: Gott wird immer anders über Dich urteilen, als Menschen das tun. Was du auch tust – Du bekommst immer wieder neu die Chance, etwas zu ändern.

 

Vielleicht sagen die einen, das sagt mir nichts.

Vielleicht sagen die anderen, das ist doch schon über 500 Jahre her und heute teilen evangelische und katholische Christen diese reformatorischen Ideen miteinander.

Für mich ist das befreiend. Für mich bleibt die Reformation ein aktuelles Thema.

Viele Menschen verdienen sich durch ihre Arbeit und ihr Engagement Anerkennung.

Arbeit und Engagement sind mir auch wichtig, aber mein Wert und meine Würde hängen nicht davon ab.

Der Reformationstag erinnert mich daran:

Gott gibt mir meine Würde. Niemand kann sie mir nehmen.

Gott liebt bedingungslos. Ich muss dafür nichts leisten.

In diesem Sinne: Einen gesegneten Reformationstag!

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