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On a Christmas Night: Die Liebe umspannt geheimnisvoll die Welt
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On a Christmas Night: Die Liebe umspannt geheimnisvoll die Welt

Stephan Krebs
Ein Beitrag von

Stephan Krebs,

Pfarrer, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Darmstadt
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Dieses Jahr ist anders. Absagen, umdenken, neue Wege finden lautet die Devise. Zu Weihnachten hat man besonders viele liebgewonnene Vorstellungen: Wer besucht wen und wann? Was gibt es zu essen? Das Fest der Liebe steckt voller Traditionen und Wünsche. Auf manches davon muss man in diesem Jahr schmerzlich verzichten. Auf anderes verzichtet man vielleicht sogar gerne. Corona macht das Leben ja nicht nur mühsamer, sondern es entrümpelt auch.

Weihnachtskarten sind ein Zeichen der Liebe

Weil etliche Familienbesuche ausfallen, haben viele wohl mehr geschrieben: Emails, Briefe und Karten. Weihnachtskarten sind ein Zeichen der Liebe und sollen Hoffnung machen. Sie zeigen oft einen hellen Stern an einem dunklen Nachthimmel, darunter einen klapprigen Stall, darin im Hintergrund ein Ochse und ein Esel, davor eine Futterkrippe mit dem Jesuskind, bei ihm die frischgebackenen Eltern: Maria und Josef. Draußen im Anmarsch sind die Hirten und Könige. Über allem erscheint ein Engel, der sagt: „Fürchtet euch nicht!“ So wird das Jesuskind geboren – erzählt die Weihnachtsgeschichte.

Weihnachtskarten mit Sehnsuchtsmotiven

Natürlich gibt’s auch Weihnachtskarten mit anderen Sehnsuchtsmotiven. Besonders beliebt sind verschneite Landschaften. Wenigstens auf der Karte soll der Traum in Erfüllung gehen: Weiße Weihnachten - das Land, die Büsche und Bäume gepudert mit Schnee, der alles weich macht und magisch. In dieser schönen Winterlandschaft steht oft eine kleine Kirche. Drumherum Menschen, die freundlich aufeinander zugehen.

„On a Christmas Night“ - ein Lied über die Kindheit

Über dieses Postkartenidyll singt der irische Sänger Chris de Burgh einen Song. Er trägt den Titel „On a Christmas Night“, also: in einer Weihnachtsnacht. Darin versetzt er sich zurück in seine Kindheit. Der kleine Christopher, wie er eigentlich heißt, liegt im Bett und schläft. Jemand rüttelt ihn wach, leuchtet mit einer Lampe in sein Gesicht und sagt: „Komm raus. Der Winter ist da.“ Der kleine Chris steht auf und geht zum Fenster.

Musik

Draußen vor dem Fenster gab es einen zauberhaften Anblick. Und für einen kleinen Jungen war es eine magische Nacht. Meine Freunde spielten draußen. Und Schnee fiel auf den Boden. Und wir sahen Tausend Kerzen in der Nacht, sie bewegten sich zur Kirche oben auf dem Hügel. Als die Leute uns sahen, sagten sie: Kommt herein.

Chris de Burgh und seine Geschichten aus Irland

Chris de Burgh singt gerne über das, was er erlebt hat und über Geschichten aus seinem Land. Oft gibt er seinen Songs eine spirituelle, religiöse Tiefe. Der Sänger lebt, inzwischen 72-jährig, im Süden von Irland. Auch dort träumt man offenbar von einem verschneiten Weihnachtsfest. Obwohl das in Irland noch unrealistischer ist als hier bei uns.

An Weihnachten sind die Menschen empfindsamer

Winternacht, Menschen machen sich auf den Weg zur Kirche. Dieses Bild weist in die Tiefe. Denn viele Menschen sind an diesen Tagen irgendwie angefasst, sie wünschen einander ein Quäntchen warmherziger als sonst „Schöne Weihnachten - Gesegnete Festtage!“

Auf der Suche nach der Liebe schlechthin

Viele sind auf der Suche nach etwas, das schwer in Worte zu fassen ist: Es ist wohl schlicht Liebe. Aber eine ganz besondere. Eigentlich die Liebe schlechthin, die auf geheimnisvolle Weise die Welt umspannt, die alles zusammenhält und mit Sinn erfüllt. So hofft man es zumindest und hat kaum mehr als eine Ahnung davon, was das genau sein könnte. Aber diese Liebe hat zu tun mit Frieden, mit Versöhnung, mit Aufeinander achten, mit einander Annehmen und Verzeihen. Davon wenigstens einen Zipfel zu erhaschen, das wünschen sich rund um Weihnachten viele besonders intensiv.

An Weihnachten ist man oft verletzlicher

Umso schmerzlicher ist es, wenn sich diese Liebe verbirgt. Wenn Einsamkeit oder Streit herrschen. Die Weihnachtstage sind auch eine gefährliche Zeit, in der man besonders verletzlich ist. In diesem Jahr umso mehr, wo so vieles anders ist.

Was kann da Hoffnung machen?

Was kann da Hoffnung machen? Gerade jetzt, in diesen ungewissen Zeiten? Wer oder was stillt die Sehnsucht nach Zuversicht?

Eine Antwort darauf gibt Chris de Burgh in seinem Song „On a Christmas Night“. Darin spielen die Kinder zunächst draußen im Schnee. Dabei sehen sie Menschen, die zu einer kleinen Kirche gehen. Das interessiert sie. Als sie dort ankommen,  werden sie freundlich empfangen und hören eine Antwort auf die Frage, was das Weihnachtsfest eigentlich ausmacht. Diese Antwort fällt sehr kurz aus. Nur ein Satz. Aber dieser Satz ist Chris de Burgh so wichtig, dass er ihn achtmal wiederholt, während der gesamten zweiten Hälfte des Songs.

Musik 

Und das Lied aus dieser Nacht singen sie immer noch: „Wir sind hier, um die Geburt eines Kindes zu feiern, das auf die Welt kam. Wir sind hier, um das Leben eines Kindes zu feiern, das in dieser Nacht auf die Welt kam.

Ein Satz genügt, um den Kern von Weihnachten auszudrücken

Ein Satz. Das reicht dem Song, um den Kern von Weihnachten zu auszudrücken. Wer die Geburt eines Kindes selbst miterlebt hat, wird sich erinnern: An die Mühen und die Schmerzen. Besonders aber an das Wunder, das in diesem kleinen, neuen Leben liegt. Es gibt der großen, weltumspannenden Liebe eine neue, noch kleine Gestalt. Etwas von diesem Wunder schwingt mit, wenn es heißt: Ein Kind kommt auf die Welt. Als käme es von woanders her.

Was ist so wichtig an dieser Geburt  vor 2000 Jahren?

Chris de Burgh ist Vater von drei Kindern. Aber – klar- eigentlich zielt sein Song auf ein anderes Kind: Das Jesuskind aus der biblischen Weihnachtsgeschichte. Dessen Geburt feiern Christen an Weihnachten. Was ist daran so wichtig, dass man diese Geburt heute, 2000 Jahre später, nahezu weltweit immer noch feiert?

Gott zeigt sich in diesem Kind

Weil sich in diesem Kind, und vielleicht in jedem Kind, Gott zeigt. In Jesus zeigt Gott seine menschliche Seite, wird nahbar. In der Weihnachtsgeschichte nimmt Gott einen neuen Anlauf, seine Liebe zur Welt zu bringen: „Ich, Gott, komme auf die Welt, zu euch, damit ihr meine Liebe erkennt und in der Welt dafür einsteht.“ Dazu das volle himmlische Programm: Engel treten an die Hirten heran und rufen ihnen zu: „Fürchtet euch nicht.“

"Fürchtet euch nicht"

Die Hirten hatten viel zu fürchten da draußen in der Wildnis und in der Dunkelheit. Die hätten sicher eine Menge Verständnis gehabt für die Sorgen, die heute viele haben: Angst um ihr Auskommen, ihre Gesundheit und ihr Leben. Zu denen sagen die Engel: „Fürchtet euch nicht.“ Das klingt schon mal gut. Aber es geht noch weiter. Die Engel sagen: „Siehe, ich verkündige euch große Freude.“ Das klingt noch besser. Große Freude. Allen Einschränkungen zum Trotz, gerade jetzt nach den vielen gedämpften Monaten, gerade jetzt im herunter gefahrenen Leben.

"Denn euch ist heute der Heiland geboren"

Dann sagt der Engel noch warum: „Denn euch ist heute der Heiland geboren.“ Jesus Christus wird schon bei seiner Geburt Heiland genannt. Und so war er in seinem Leben: Er war Menschen nah, die sich nach Heilung sehnten. Nach Heilung an Leib und Seele. Durch Jesus erfahren viele, wie gut es tut, dass sie aufeinander achten. Sie erfahren mit ihm, wie frei es macht, wenn ich angenommen bin und wenn ich selbst andere anerkenne.

"Wir feiern die Geburt eines Kindes, das auf die Welt kam"

Das vertreibt nicht alle Probleme und auch die Pandemie nicht. Aber in allen Unwägbarkeiten des Lebens setzt Gott diese eine Konstante, diesen Beweis seiner Liebe. Das alles legt Chris de Burgh in diesem einen Satz, den er immer wieder singt: „Wir feiern die Geburt eines Kindes, das auf die Welt kam.“ Erst ganz am Ende des Songs gibt er noch einen weiteren kleinen Hinweis, nennt den tieferen Grund der Freude:

Wir sind hier um das Leben eines Kindes zu feiern, das der Welt seine Liebe gab.

Musik

 

Chris de Burgh: On a Christmas Night

TC

Lyrics

Übersetzung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

I was awakened on a Christmas night. Somebody shaking me and shining a light: “Wake up the winter is here. And snow is falling on the ground.”

 

Out of the window 'twas a magic sight. And for a little boy it was a magic night. My friends were playing outside. And snow was tumbling on the ground.

 

And we saw a thousand candles in the night. Moving to the church upon the hill.

 

When the people saw us they said “Come inside”.

 

And the song that night they sing it still: 
We are here to celebrate the birth of a child. Who came to the world. We are here to celebrate the life of a child. Who came to the world.


We are here to celebrate the birth of a child. Who came to the world. We are here to celebrate the life of a child. Who came to the world on this night.

 

We are here to celebrate the birth of a child. Who came to the world. We are here to celebrate the life of a child. Who came to the world, to the world.
We are here to celebrate the birth of a child. Who came to the world.
We are here to celebrate the life of a child. Who gave to the world his love.

I was awakened on a Christmas night…

 

Ich wurde aufgeweckt in einer Weihnachtsnacht. Jemand schüttelte mich und leuchtete mich an: "Wach´ auf, der Winter ist da und Schnee fällt auf den Boden".

 

Draußen vor dem Fenster gab es einen zauberhaften Anblick. Und für einen kleinen Jungen war es eine magische Nacht. Meine Freunde spielten draußen. Und Schnee fielauf den Boden.


Und wir sahen Tausend Kerzen in der Nacht, bewegten sich zur Kirche oben auf dem Hügel.

 

Als die Leute uns sahen, sagten sie: "Kommt herein."

 

Und das Lied aus dieser Nacht singen sie immer noch: Wir sind hier um die Geburt eines Kindes zu feiern, das auf die Welt kam. Wir sind hier um das Leben eines Kindes zu feiern, das auf die Welt kam.

 

Wir sind hier um die Geburt eines Kindes zu feiern, das auf die Welt kam. Wir sind hier um das Leben eines Kindes zu feiern, das in dieser Nacht auf die Welt kam.

 

Wir sind hier um die Geburt eines Kindes zu feiern, das auf die Welt kam. Wir sind hier um das Leben eines Kindes zu feiern, das auf die Welt kam, auf die Welt. Wir sind hier um die Geburt eines Kindes zu feiern, das auf die Welt kam. Wir sind hier um das Leben eines Kindes zu feiern, das der Welt seine Liebe gab.

 

Ich wurde aufgeweckt in einer Weihnachtsnacht

 

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