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Johannes – sein Tag und der lange Finger
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Johannes – sein Tag und der lange Finger

Bernd Spriestersbach
Ein Beitrag von

Bernd Spriestersbach,

Evangelischer Schulpfarrer und Schulseelsorger, Hanau
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Der mit dem langen Finger. Das ist er. Johannes. Der Täufer. So zu sehen auf dem Isenheimer Altar. Wie er da steht. Unter dem Kreuz. Auf Jesus zeigt. Mit einem übergroßen Zeigefinger. Johannes der Täufer. Heute ist sein Tag. Johannestag. Oder auch Johannistag. Er gilt kirchlich als sein Geburtstag.

24. Juni-heute ist Johannistag.

Johannistag. 24. Juni. Spargelliebhaber kennen das Datum. Denn heute wird üblicherweise der letzte Spargel gestochen. Auch sonst ist der ‚Johannistag‘ durchaus bekannt. Das Johannisfeuer in der Nacht vom 23. auf den 24. wird vielerorts entzündet. Wetterregeln verbinden sich mit dem heutigen Tag: "Wie's Wetter am Johanni war, so bleibt's wohl 40 Tage gar."

Was hat das alles mit dem langen Finger des Johannes zu tun? Nichts.

Worum geht`s am Johannistag?

Um Trost geht es. Und um Hoffnung. Für die Kranken und Leidenden. Im Isenheimer Spital. Damals vor 500 Jahren. Matthias Grünewald, der Maler des Isenheimer Altars, macht ihnen deutlich: Es ist erfüllt. Was Johannes angekündigt hat. Sein langer Finger zeigt auf Jesus am Kreuz. In ihm ist das Himmelreich nahe. Gott ist in der Welt. Ganz anders als gedacht ist er da. Im Leidenden und Gekreuzigten. Gott ist auch euch nahe. Euch. Den Leidenden und Geplagten.

Johannistag und der lange Finger - Zeichen der Hoffnung

Das ist die Botschaft des langen Fingers. Der Johannistag heute hat auch seine Botschaft. Von Trost und Hoffnung. Johannes hat gesagt (Joh 3,30): "Er – Jesus – muss wachsen, ich aber muss abnehmen".

Auch wenn man es kaum merkt: Die Tage werden kürzer. Bis das Licht dann wieder "wächst". Die Tage länger werden. Zu Weihnachten. Mit der Geburt Christi. Das ist die Perspektive.

Der Johannistag und der lange Finger - Zeichen der Hoffnung wollen sie sein. Und der Zuversicht. Es wird auch wieder anders! Danke Johannes.

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