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Bis ich alt und grau bin
Leo Karstens/Pixabay

Bis ich alt und grau bin

Johanna Fröhlich
Ein Beitrag von

Johanna Fröhlich,

Evangelische Pfarrerin, Vielbrunn/Odenwald
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Ich stehe vorm Spiegel und zähle meine grauen Haare. Da lachen vermutlich viele, die viel älter sind als ich mit 34. Immerhin kann ich die grauen Haare noch zählen!  Aber es ist eben neu für mich. Meine Haare sind dunkelbraun. Da fallen die grauen Haare besonders auf. Und manche davon stehen unschön in alle Richtungen ab. Manchmal möchte ich sie am liebsten ausreißen.

Es gibt solche Tage, da wird mir bei den grauen Haaren bewusst: Ich werde älter. Ganz viel im Leben ist nicht von Dauer. Ja klar, ich habe Familie und Freunde. Ich bin gesund und es gibt viel, über das ich froh sein kann. Doch die grauen Haare erinnern mich, wie schnell alles vergehen kann. Glück ist zerbrechlich. Menschen, die ich liebe, sind sterblich. Und ich selbst natürlich auch.

Gottes Zusage

Was bleibt, wenn so vieles vergeht? Dazu gibt es in der Bibel eine Zusage. Gott spricht: „ Auch bis in euer Alter bin ich derselbe, und ich will euch tragen, bis ihr grau werdet.“ (Jesaja 46,4). Das ist ein großes Versprechen. Gott bleibt derselbe. Und bleibt bei mir. Auch wenn Jugend und Gesundheit vergehen. Gott sagt: „Ich will euch tragen, bis ihr grau werdet.“ (Jesaja 46,4) Es gibt etwas, das bleibt. Einen, der bleibt. Gott bleibt bei mir.

Diesem Versprechen will ich trauen. Es macht mich stark. Ich will das auch den Menschen sagen, die ich lieb habe: „Ich bleibe bei Dir, auch wenn Du alt und runzelig wirst.“

Also: Es ist besser, ich reiße meine eigenen grauen Haare nicht aus. Denn sie erinnern mich daran, wie vergänglich alles ist.  Aber auch daran, wie kostbar die Menschen sind, die bei mir bleiben wollen. Und wie schön es ist, dass Gott bleibt. Gerade dann, wenn wir alt und grau werden.

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