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Weilburg: Die Perle an der Lahn
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Weilburg: Die Perle an der Lahn

Guido Hepke
Ein Beitrag von

Guido Hepke,

Evangelischer Pfarrer, Weilburg
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Was für ein heruntergekommenes Nest: Verfallene Häuser, die Kirchen und das Schloss  -. Wahrlich: Weilburg an der Lahn ist um 1700 nicht gerade ein Aushängeschild. Unter einer Residenz stellt sich der Fürst etwas ganz anderes vor.

Graf Johann Ernst krempelte die Ärmel hoch und legte los: Das Schloss wurde runderneuert, die Schlosskirche neu gebaut. Sogar auf dem Marktplatz ließ der Fürst alle Gebäude neu errichten.

Weilburg wurde zur Perle an der Lahn: Die Stadt bekam ein völlig neues Gesicht. So wie es dem Fürsten gefiel. Denn der hatte die absolute Macht. Alle mussten tun, was er befahl.

Vor 300 Jahren ist Johann Ernst von Nassau-Weilburg gestorben. Mit Ausstellungen, vielen Führungen und mit Gottesdiensten erinnern die Weilburger an den Grafen und seine Geschichte.

Dabei wird deutlich: Damals wollte der Fürst vor allem seine Macht darstellen. Mit seinen Bauwerken zeigte er sich als unumschränkter Herrscher: Seht her, ich kann bauen lassen, wo und wie ich will. Das war die Botschaft.

Diese Zeiten sind vorbei. Gott sei Dank. Weilburg ist heutzutage eine offene und demokratische Stadt. Das machen ausgerechnet die Denkmäler von damals sichtbar. Denn die gehören nicht länger einem Fürsten. Sie stehen allen Menschen offen - zumindest zu den Öffnungszeiten. Bürger und Gäste können sich an der Vielfalt der Blumen im Schlossgarten erfreuen. Das Schloss besichtigen. Oder in der Schlosskirche eine Ort der Stille finden.

Die Zeiten haben sich geändert. Die Denkmäler sind geblieben. Sie machen heute sichtbar: Jeder Mensch ist gleich viel wert.

Ich meine, genau deshalb ist Weilburg auch heute noch eine Perle an der Lahn.

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