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Babylon - Rausch der Ekstase
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Babylon - Rausch der Ekstase

Dr. Fabian Vogt
Ein Beitrag von Dr. Fabian Vogt, Evangelischer Pfarrer in der Öffentlichkeitsarbeit, Darmstadt
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Foto: Brad Pitt bei der Weltpremiere des Kinofilms 'Babylon - Rausch der Ekstase' im Academy Museum of Motion Pictures. Los Angeles, 15.12.2022

 

Moderator/in:  Heute startet in den Kinos der neue Film mit Brad Pitt: „Babylon – Rausch der Ekstase“. Es geht um die Wilden Zwanziger Jahre im Filmgeschäft, als in Hollywood scheinbar alles möglich war und ständig rauschende Partys gefeiert wurden. Es geht aber auch um eine Zeit, in der durch das Aufkommen des Tonfilms vieles über den Haufen geworfen wurde.

Fabian Vogt von der Evangelischen Kirche: Der Film heißt „Babylon – Rausch der Ekstase“. Viele lieben auch die Serie „Babylon Berlin“. Immer geht’s da um Babylon – ein biblisches Bild für Laster, Verkommenheit und den Inbegriff des Bösen. Wo kommt das denn genau her?

Wow, spannende Frage. Auf die‘s gleich zwei Antworten gibt. Erstens die Geschichte vom „Turmbau zu Babylon“, in der die Menschen größenwahnsinnig werden und einen Turm bis zum Himmel bauen wollen. Am Ende sind alle verwirrt und verstehen sich nicht mehr. Starkes Symbol. Und im Film „Babylon – Rausch der Ekstase“ geht‘s auch darum, wie das Aufkommen des Tonfilms viele Stummfilmstars rausgekickt hat, weil die nicht gut reden konnten.

Und als zweites: Babylon war zu biblischen Zeiten total unbeliebt, weil nach politischen Auseinandersetzungen viele aus Israel nach Babylon in Gefangenenlager geschickt wurden. In dieser Zeit hat sich das Bild verhärtet: Babylon steht für alles Böse, Gottlose und Verachtenswerte. Ein echtes Feindbild. Man kann sich richtig vorstellen, wie Eltern ihren Kindern gesagt haben: „Benimm dich ja nicht so wie die in Babylon, nicht so fies und gemein.“

Aber im Hollywood der Wilden Zwanziger Jahre haben sie sich so benommen.

Genau. Davon erzählt der Film „Babylon – Rausch der Ekstase“. Und manche Kritiker sagen auch: Das Ganze könnte ein Kultfilm werden, ist aber viel zu derb, um Oscar-Chancen zu haben: Denn dauernd wird gepinkelt, geschissen, gekotzt, gekokst und kopuliert. Also: ein Porträt des Größenwahns, in dem keiner den anderen wirklich versteht.

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