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Das große Trotzdem
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Das große Trotzdem

Andrea Seeger
Ein Beitrag von Andrea Seeger, Evangelische Theologin und Redakteurin der Evangelischen Sonntags-Zeitung
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Annika oder Anni, wie alle sie nennen, könnte niedergeschlagen sein, ist sie aber nicht. Vor drei Jahren, da war sie gerade elf Jahre alt, erfuhr sie, dass die Schmerzen in ihrem rechten Bein von einem bösartigen Tumor kommen. Die Ärzte mussten ihren rechten Unterschenkel inklusive Kniegelenk amputieren.

Anni lässt sich nicht aufhalten

Trotzdem steht sie auf dem Hockeyplatz in Hanau. Sie spielt wieder in ihrer Mannschaft - mit Prothese. Sie sagt in einem ZDF-Film: „Wenn ich hier auf dem Platz bin, fühle ich mich frei und glücklich“.

Eine besondere Mannschaft

Nach Annis Diagnose gründet der Verein eine inklusive Mannschaft. Die "Special Hockey"-Mannschaft des 1. Hanauer Tennis- und Hockey-Clubs trainiert nun regelmäßig, der Zuspruch ist groß. Sie ist eine Anlaufstelle geworden für Menschen, die eine geistige oder körperliche Behinderungen haben und trotzdem Sport machen wollen.

Das Trotzdem steckt auch in der Bibel

Dieses Trotzdem, dieser unbedingte Wille, ist eine starke Ressource. Das Trotzdem zieht sich wie ein roter Faden durch die Bibel. Auch in biblischen Zeiten ist die Lage oft schwierig. Und trotzdem halten die Menschen an Gott fest. Ein Beispiel dafür ist der 73. Psalm. Ein Beter oder eine Beterin beklagt vor Gott den Zustand der Welt - mit ihrer Rücksichtslosigkeit, Herrschsucht und Gewalt. Und trotzdem vertraut die Person darauf, dass Gott Halt gibt. Ein schönes Bild: Durchhalten, weil Gott hält.

Anni ist ein Vorbild

Durchhalten trotz und alledem - so wie Anni. Eine Klassenkameradin von ihr sagt in dem Film: „Sie hat immer gekämpft, nicht zurückgeblickt, immer nach vorne geschaut“. Und ihre Lehrerin ergänzt: „Anni ist das stärkste Mädchen, das ich kenne. Ich habe noch nicht erlebt, dass sie aufgibt.“

Das wünsche ich mir auch: Wenn es hart auf hart kommt, trotz alledem genug Kraft zu haben, dran zu glauben, nicht aufzugeben, durchzuhalten – weil Gott hält.

 

 

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