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Behütet und getröstet wunderbar
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Behütet und getröstet wunderbar

Beate Hirt
Ein Beitrag von

Beate Hirt,

Senderbeauftragte der katholischen Kirche beim hr, Frankfurt
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Ein gesegnetes neues Jahr! Das wünsch ich Ihnen. Jetzt noch am elften Januar? Ja!

Ich sag das auch sonst in den ersten Wochen eines neuen Jahres, wenn ich jemanden zum ersten Mal treffe: Gesegnetes Neues! Dieses Jahr kommt es besonders von Herzen. Ich glaube: Segen können wir gerade besonders gut gebrauchen.

Es war wirklich ein schwerer Jahresanfang, mitten in dieser Corona-Pandemie. Mit Lockdown und einiger Traurigkeit, Einsamkeit oder auch Krankheit. 2020 steckt uns noch in den Knochen. Ich konnte es nicht gut hinter mir lassen. Zuversichtlich und froh ins neue Jahr starten, das fällt mir diesmal schwer. Umso mehr brauche ich Segen.

Der Segen hält mich, trägt mich, verlässt mich nicht

Für mich bedeutet Segen: Eine gute Macht ist an meiner Seite. Sie geht auf meinen Wegen mit, gerade auch den schwierigen. Sie tröstet mich, sie hält mich. Segen heißt nicht: Alles ist gut und nichts kann mir passieren. Sondern: In allem Schweren ist da jemand, der mich nicht allein lässt, der mich gut kennt und der mich liebt.

Dieses Getröstet- und Behütetsein, das drückt für mich besonders stark ein Gedicht des evangelischen Theologen Dietrich Bonhoeffer aus. „Von guten Mächten“ heißt das Gedicht. Bonhoeffer hat es Ende 1944 geschrieben im Gefängnis der Nationalsozialisten in Berlin-Tegel. Hitler, seine Mittäter und Handlanger haben ihn gefangen gehalten und ein paar Monate später hingerichtet.

Welch‘ ein Gottvertrauen in scheinbar auswegloser Situation

Bonhoeffer war sich im Klaren, dass ihm der Tod droht. Trotzdem schreibt er an seine Familie: „Von guten Mächten treu und still umgeben, behütet und getröstet wunderbar, so will ich diese Tage mit euch leben und mit euch gehen in ein neues Jahr.“

Ein starkes Gottvertrauen in einer extrem existenziellen Situation. Es hat Bonhoeffer getragen. Auch mir hilft es in extremen und schwierigen Situationen. Ich glaube daran: Es gibt Gottes gute Mächte. Sie behüten und trösten mich. Und nicht nur mich. Wir sind nicht gottverlassen in dieser Krise. Auch, wenn es sich manchmal so anfühlt. Die gute Gottheit ist an unserer Seite, und sie wird uns auch herausführen aus dieser Pandemie und all den Schwierigkeiten, mit denen wir kämpfen.

Noch einmal von Herzen: Ein gesegnetes neues Jahr!

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