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Utopie - ARD Themenwoche Stadt Land Wandel
Martin Vorländer

Utopie - ARD Themenwoche Stadt Land Wandel

Ein Beitrag von

Mirjam Jekel,

Evangelische Theologin, Rüsselsheim
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Du bist hier. Ist hier alles, was du brauchst? So fragen die Beiträge zur ARD-Themenwoche, die gerade im Radio, Fernsehen und Internet läuft. Es geht um Stadt, Land, Wandel. Eine gute Frage: Ist hier alles, was du brauchst? Da, wo ich bin, wo Sie sind: Ist hier alles, was wir brauchen?

Eine himmlische Stadt

Ein Ort, an dem wirklich alles ist, was ich brauche, das wäre ein paradiesischer Ort. Solche Paradiese werden in der Bibel beschrieben.

Auch im letzten Buch der Bibel, in der Offenbarung des Johannes. Johannes stellt sich eine neue Stadt vor und nennt sie „Das himmlische Jerusalem“. Diese erträumte Stadt ist ganz aus Glas und Gold gebaut, mit Edelsteinen geschmückt. Erleuchtet wird sie von der Herrlichkeit Gottes.

Es fließt lebendiges Wasser, und Bäume des Lebens wachsen dort, deren Blätter Menschen heilen. In dieser perfekten Stadt muss niemand seine Tür abschließen. Und niemand hat Angst, nachts allein nach Hause zu gehen. Den Menschen geht es gut. Und wie schön die Stadt aussieht!

Spazieren durchs Dichterviertel in Wiesbaden

Ok, alles aus Gold und Edelsteinen wäre mir ja ein bisschen viel. Aber eine Stadt, die schön anzusehen ist, ist schon toll. Ich liebe es zum Beispiel, durch das Dichterviertel in Wiesbaden zu spazieren – einfach, weil die Häuserfronten so schön sind. Überall Stuck: heroische Figuren, die die Dächer tragen; Blumengirlanden unter den Fenstern; Engelchen um die Türen. Wenn jetzt noch die Autos weg wären…

Autofreie Stadt

In meiner perfekten Stadt braucht niemand ein Auto, alle könnten mit dem Fahrrad, zu Fuß, Bus und Bahn unterwegs sein, jederzeit und bequem. Wie viel ruhiger das wäre! Und wie viel Platz dann wäre für andere Dinge!

Dann gäbe es mehr Parks. Die Menschen säßen draußen, in Restaurants und Cafés. In meiner idealen Stadt wären die Menschen entspannt und hätten Zeit, sich mit anderen zu unterhalten. Es gäbe überall Kinos, Konzerte, Ausstellungen, Street Art. Man müsste nur hingehen und sich inspirieren lassen.

Utopien geben Energie

Klar, das ist eine Utopie. So wird es nicht sein. Aber Utopien können beflügeln. Wenn ich mir ausmale, wie meine schöne Stadt aussehen soll, dann gibt mir das Energie – dafür will ich mich einsetzen!

Mit einer solchen Vision kann ich mich in der Kommunalpolitik engagieren, damit das kleine Theater weiter besteht. Der Traum von einer Stadt, in der sich Menschen treffen, beflügelt die Idee für ein Straßenfest in meinem Viertel – mit allen, von der Kirchengemeinde bis zur Shisha-Bar.

Das sind alles Träume, aber sie sind machbar. So kann aus der Utopie von der schönen Stadt etwas werden, was wir hier und jetzt erleben können.

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