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Religionsunterricht
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Religionsunterricht

Anke Zimmermann
Ein Beitrag von

Anke Zimmermann,

Evangelische Pfarrerin, Homberg/Efze

„Wo hast du nur die tausend schönen Geschichten her?“, fragt mich ein achtjähriger Junge in der Schule. Als muslimisches Kind nimmt der kleine Tarek interessiert am evangelischen Religionsunterricht in der dritten und vierten Klasse teil. Die alten Geschichten der Bibel gefallen ihm offensichtlich gut. Besonders mag Tarek die Erzählung von Josef und seinen Brüdern und von Mose, der das Volk Israel in die Freiheit führte.

Ich vermute, dass Tarek die biblischen Geschichten mag, weil sie von einem starken Gott erzählen und von Menschen, die uns ähnlich sind. Vielleicht findet er sich selbst in den Geschichten wieder. Bei Josef geht es um Geschwisterprobleme, um Neid und Eifersucht. Wer ist der Beste? Wen haben die Eltern am meisten lieb? Was ist gut an Schwestern und Brüdern und was ist schlecht, wenn man Geschwister hat? Das kennt Tarek aus seiner Familie. Josef und seine Brüder sind ihm nah. Auch er ist manchmal eifersüchtig auf seine Geschwister und manchmal ist er auch ein Angeber wie Josef. Wie gut, dass sich am Ende alle wieder verstehen und sich versöhnen.

Tarek mag die Geschichte von Mose auch sehr. Er ist für ihn ein richtiger Held. Mose hat nicht alles richtig gemacht, aber er hat auf Gott vertraut und das hat ihn stark gemacht. Mit dem mächtigen Pharao hat er sich angelegt, weil er unbedingt wollte, dass sein Volk in Freiheit leben sollte. Tarek liebt die spannende Geschichte von Mose, vom Auszug des Volkes aus Ägypten, dem Durchzug durch das Meer und das glückliche Ende auf der anderen Seite.

„Wo hast du nur die tausend schönen Geschichten her?“ „Sie stehen in der Bibel“, antwortete ich Tarek. Es sind alte wertvolle Geschichten und sie können gute Geschichten für uns heute sein. Ganz gewiss nicht nur für Kinder.

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