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Bis in die Wolken
Bild: anncapictures/Pixabay

Bis in die Wolken

Kathrin Wittich-Jung
Ein Beitrag von

Kathrin Wittich-Jung,

Evangelische Pfarrerin, Wolfhagen
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Als Kind habe ich es geliebt: Im warmen Gras liegen und in den Himmel starren. Den blauen Himmel betrachten und gegen die Sonne blinzeln und Wolken anschauen. Je länger ich in die Wolken geschaut habe, umso mehr habe ich gesehen:

Einen großen Elefanten. Ein Herz. Einen alten Mann mit Bart. Schafe und Giraffen. Drachen und Hasen.

Im Alltag fehlt oft die Zeit für den Himmel und die Wolken

Als Erwachsene liege ich nur noch selten im Gras und schaue in den Himmel. Oft ist anderes wichtiger: Die Welt. Und die Sorgen. Das Leben. Da fehlt die Zeit für den Himmel und die Wolken. Und doch genieße ich es, wenn ich mal dazu komme. Die Faszination für Wolken und den Himmel ist geblieben.

Wolken sagen mir etwas über Gott

Beides sagt mir auch etwas Wertvolles über meine Beziehung zu Gott. In der Bibel heißt es: "Wer Gott dient, den nimmt er mit Wohlgefallen an, und sein Gebet reicht bis in die Wolken." (Jesus Sirach, 35,20)

Ein wunderbares Bild. Ich mag die Vorstellung, dass die Gebete so durch die Wolken hindurch gehen. Bis zu Gott. Er hört uns, egal wie weit die Entfernung ist.

Unsere Gebete gehen durch die Wolken

Unsere Gebete gehen durch die Wolken:

Manchmal suche ich mir bewusst Raum und Zeit für das Gebet. Dann lege ich die Arbeit nieder, kehre dem Alltag den Rücken und falte meine Hände.

Und dann kommt einmal Ruhe in die aufgewühlte Seele. Da purzeln die Worte aus dem Herz und irgendwie kommt Klarheit ins Chaos. Ich spüre, wie es leichter wird, das Herz. Und meine Worte ziehen hoch zu den Wolken und noch weiter.

Manchmal sitze ich einfach nur da

Manchmal, da gibt es noch nicht mal Worte für meine Gefühle, Sorgen und auch für meinen Dank. Dann sitze ich einfach nur da. Meine Gedanken sind weit weg und doch bei mir. Es fließen keine Worte nur Gedanken und die Gefühle. Einfach so. Zu ihm. Mein Geist ist offen und weit.

Das Gebet schenkt Ruhe und Kraft

Seine Ruhe kommt zu mir. Auf einmal kann ich meine Gedanken ordnen. Und ich kann Worte finden, neue Kraft und neuen Mut.

Und vielleicht ist es das, was hilft: Das Gefühl: Ich bin nicht allein. Da hört mir jemand zu- meine Gebete gehen durch die Wolken.

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