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Aller guten Dinge sind drei
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Aller guten Dinge sind drei

Eva Reuter
Ein Beitrag von

Eva Reuter,

Katholische Dekanatsreferentin, Dekanat Mainz-Stadt, Mainz
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Heute ist der 3. 12. - der 3. Dezember. „Aller guten Dinge sind drei“ – das ist doch mal eine gute Überschrift für diesen 3. Tag des Monats!

Die Drei hat ja in unserem Kulturraum eine besondere Bedeutung, und das hängt mit dem christlichen Glauben zusammen: Christen glauben, dass Gott dreifaltig ist. Das heißt, es ist ein Gott, aber er hat drei Personen in sich. Der Heilige Patrick aus Irland hat das einmal versucht, den Menschen mit einem Symbol zu erklären: Dem Kleeblatt - wohlgemerkt dem dreiblättrigen, nicht dem vierblättrigen Glücksklee. Das Kleeblatt besteht aus drei Blättern und ist doch ein Blatt. So sehen Christen die Dreieinigkeit.

Drei ist für uns im christlichen Kulturkreis aus diesem Grund eine Zahl der Vollkommenheit. Als Summe von 1 + 2 ist die Drei die Zahl einer höheren, neuen Einheit. 3 steht für das Umfassende und für das Himmlische.

Daraus hat sich die Redensart von den drei guten Dingen entwickelt. Die Drei ist auch die Zahl des ganzen Menschen aus Körper, Seele und Geist. Sie ist die Zahl der Zeit aus Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft und Symbol für ein geschlossenes System mit Anfang – Mitte – Ende.

Schaue ich mich im Alltag um, finde ich auch da Dinge, bei denen erst das 3. Element die Sache gut und stabil macht: Das Dreirad meines kleinen Nachbarn zum Beispiel: auf zwei Rädern könnte der Knirps noch nicht fahren, aber mit dem Dreirad saust er durch die Gegend.

Zwei Personen sind ein Paar, aber mit der dritten Person fängt die Familie oder die Kleingruppe an. Schülergruppen dürfen normalerweise in Gruppen zu dreien auf Ausflügen auch mal ohne Aufsicht herumlaufen: Einer kann beim Verletzten bleiben und einer kann Hilfe holen. Es ist gut, wenn es drei Personen sind.

Auch in der Bibel gibt es immer wieder Geschichten, in denen die Drei eine besondere Rolle spielt. Es gibt drei Erzengel: Michael, Raphael, Gabriel. An einigen Stellen zum Beispiel nimmt Jesus drei seiner zahlreichen Freunde mit - es sind die Stellen, an denen etwas von seinem besonderen Auftrag oder seiner besonderen Stellung deutlich wird. Nach drei Tagen erstand Jesus von den Toten auf und im Brief an die Korinther werden drei göttliche Tugenden genannt: Glaube, Hoffnung und Liebe.

An einer Stelle im Alten Testament bekommt Abraham Besuch: Drei Männer kommen zu ihm und unterhalten sich mit ihm. Er bewirtet sie, und sie bringen Gottes Versprechen, dass der schon sehr alte Abraham mit seiner Frau Sarah noch einen Sohn haben wird und dass seine Nachkommen zahlreich sein werden. Für Abraham, der auf Gott vertraut bedeutet das eine unglaublich frohe Nachricht. Die drei Boten haben das Glück zu ihm gebracht.

Für mich persönlich hat die drei in den letzten Jahren auch eine gute Bedeutung bekommen. Meine Familie besteht aus drei Personen – das ist für uns ein Glück, dass 1+1 in diesem Fall 3 ergab. Außerdem wohnen wir in der Hausnummer 3 und fühlen uns bei unseren Nachbarn sehr wohl.

Ich kann also bestätigen, dass aller guten Dinge drei sind – nicht nur heute, am  Tag 3 im Dezember.

 

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