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Lichtmess

Lichtmess

Clemens Weißenberger
Ein Beitrag von

Clemens Weißenberger,

Katholischer Pastoralreferent und Polizeiseelsorger, Frankfurt
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Am Wochenende ist mit Weihnachten auch bei uns Schluss. Obwohl das schon ewig her ist. Aber bei uns zuhause stehen noch Christbaum und Krippe. Und werden jetzt abgebaut. Das ist eine alte Tradition in meiner Familie, Christbaum und Krippe bis heute stehen zu lassen. Bis zum Fest Maria Lichtmess. Da endet nach alter Überlieferung die Weihnachtszeit.

Das Fest wird auch „Darstellung des Herrn“ genannt. Das hat mit einer jüdischen Tradition zur Zeit Jesu zu tun, die auf ein biblisches Gesetz zurückgeht: 40 Tage nach der Geburt eines Kindes gingen die Eltern mit ihm in den Tempel, um ein Reinigungsopfer darzubringen. Weil eine Frau damals nach der Geburt als unrein galt. Auch Maria und machten das, zum Beispiel eine Taube oder ein Schaf opfern. Weil Jesus ihr erster Sohn war, galt er außerdem als Eigentum Gottes und musste von den Eltern im Tempel "ausgelöst" werden. Er wurde zum Rabbi gebracht und vor Gott "dargestellt". Deshalb wird Mariä Lichtmess auch "Fest der Darstellung des Herrn" genannt.

"Mariä Lichtmess", das Wort kommt von Lichterprozessionen und Kerzenweihen. Im Römischen Reiches kamen die Bewohner einer Stadt ihrem Herrscher entgegen, wenn er sie das erste Mal besuchte. Und die Bewohner zogen dann mit ihm in die Stadt. Als das kirchliche Fest im 4. Jahrhundert entstand, lag nahe vor Jerusalem ein Kloster. Die Mönche haben am Festtag mit Kerzen den Weg für Christus ausgeleuchtet. Sie sind ihm symbolisch entgegengegangen und dann mit ihm nach Jerusalem hinein. Die Mönche und die Christen haben somit Jesus als ihren Herrscher in ihre Stadt begleitet. Und dieses Fest, das haben andere übernommen, zum Beispiel durch Kaiser Justinian und die ganze römische Kirche. Es wird noch heute gefeiert und deswegen werden zur Lichtmesse in vielen Kirchen Kerzen geweiht.

Ich finde es spannend, warum diese Tradition entstand und bis heute begangen wird. Das Fest feiern wir jetzt, wenn die Tage wieder länger werden. Es wird wieder langsam Licht. Und das deutet auf den Glauben und mein Leben hin. In der Kirche zünde ich Kerzen an, die machen hell. Und das auch, weil Gott verspricht, das Leben für die Menschen hell zu machen und Licht in Dunkelheiten zu bringen. In der Bibel steht, dass Jesus gesagt hat: Ich bin das Licht der Welt. (Johannes 8, 12) Mir tut es gut, diesem Licht zu vertrauen und deswegen werde ich heute ganz besonders gern eine Kerze anzuzünden!

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