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Lichtmess als Aufheller
Pixabay/Mandy Fontana

Lichtmess als Aufheller

Andrea Seeger
Ein Beitrag von

Andrea Seeger,

Evangelische Theologin und Redakteurin der Evangelischen Sonntags-Zeitung
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Es ist wenig los im Lockdown. Keine Freunde nahbar, keine Kollegen. Kein Kino. Kein Restaurantbesuch, noch nicht mal Kantine. Immer nur Fernsehen macht auch keinen Spaß. Zudem ist es ewig trüb draußen, oft nasskalt und überhaupt – die Lage ist bescheiden.

Lichtmess als Aufheller

Da kommt ein Aufheller gerade recht: Heute ist Lichtmess. Dabei handelt es sich um eines der ältesten Feste der christlichen Kirche. Seit Anfang des fünften Jahrhunderts feierten es die Menschen am 40. Tag nach der Geburt Jesu. Nach dem jüdischen Gesetz müssen Frauen 40 Tage nach einer Geburt ein Reinigungsopfer darbringen – so tat es Maria 40 Tage nach Jesu Geburt, so steht es im Lukasevangelium (Lukas 2, 22). Bis ins 20. Jahrhundert hinein war es in Deutschland ein Feiertag.

Die Tage werden wieder länger

Wir können es alle merken: Es wird später dunkel und die Tage wieder länger - seit der Wintersonnenwende eine ganze Stunde. Meine Mutter pflegte uns an diesem Tag daran zu erinnern, dass jetzt bald Frühling ist. Wir haben es ihr damals nicht so recht abgenommen, jetzt erzähle ich es selber gerne. 

An Lichtmess erhielten die Dienstboten ihren Lohn

Mit dem 2. Februar verbinden sich unterschiedliche Glaubensaussagen und Volksbräuche: Kerzen segnen, Wachsmärkte, auch Lichtmessen genannt. In anderer Hinsicht war der 2. Februar ebenfalls früher bedeutend. An Lichtmess erhielten die Dienstboten den Lohn in Geld und Naturalien; sie konnten sich bei ihrem Dienstherrn neu verpflichten oder den Arbeitgeber wechseln.

Ein Paar Schuhe als Lohn

Verbreitet war es auch, Dienstmägde oder Dienstburschen zu Lichtmess mit einem Paar Schuhe zu entlohnen. Dann machten sich die Frauen und Männer auf den Weg zum neuen Job. Liebschaften unter Dienstboten, denen das Heiraten lange Zeit nicht gestattet war, hielten deshalb oft nur bis zu diesem Tag. Daher stammt die Redensart „neue Schuhe, neue Liebe“. Vorbei ist nun auch endgültig die Weihnachtszeit.

In 325 Tagen ist wieder Weihnachten

Nicht traurig sein: in 325 Tagen ist es schon wieder so weit. Erstmal richtet sich jetzt aber der Blick auf den nahenden Frühling. Es wird heller, wärmer und grüner. Bald! Gute Aussichten also.

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