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Schmetterlinge
Bild: NIKILLU/Pixabay

Schmetterlinge

Klaus Nobiling
Ein Beitrag von

Klaus Nobiling,

Evangelischer Pfarrer im Kirchspiel Lichtenfels-Goddelsheim
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Das Gartenjahr ist zu Ende gegangen. Das Beet sieht nach dem regnerischen Sommer prächtig aus. Jede Pflanze hatte genug Wasser und Wärme bekommen, die Ernte versprach gut zu werden.

Raupen im Kohl

Der Kohlrabi war über sich selbst hinausgewachsen. Dieses Jahr zeigen sich dicke Knollen, meine Frau hat sich in Vorfreude schon die Hände gerieben.
Doch die Enttäuschung folgt sofort: Jede der Knollen ist holzig und hart, fette Raupen wimmeln im Kohl. Nein, der Appetit auf Kohlrabi ist uns sofort vergangen.

Die Gärtnerin ist zornig

Die Gärtnerin ist zornig: "Mistviecher!" Schimpft sie die grünen Raupen aus, die sich im Spülbecken winden, "elende Mistviecher!"

So kenne ich sie gar nicht. Normalerweise ist sie ein sehr naturverbundener und tierlieber Mensch. Aber wenn es um diese Tiere in ihrem Gemüsegarten geht, verliert sie jedes Verständnis.

Eine Schmetterlingswiese ist großartig, aber Raupen im Kohl sind eklig.

Schmetterlinge bekomme ich nicht ohne Raupen

Doch Schmetterlinge bekomme ich nicht ohne die Raupen. Die Raupe des Kohlweißlings im Gemüse sorgt für Übelkeit, das muntere Flattern des kleinen Falters, der aus der Raupe wurde, zaubert hingegen ein Lächeln ins Gesicht.

Parallelen zu uns Menschen

Seltsam, aber das Eine bekomme ich nicht ohne das Andere. Ich entdecke da auch Parallelen zu meinen Mitmenschen. Ich glaube und vertraue fest darauf: Gott hat auch in jedem von uns einen Schmetterling versteckt.
Ich kann ihn nur nicht immer sofort erkennen.

Auch in mir steckt ein Schmetterling

Sogar in mir steckt ein Schmetterling! Selbst wenn ich es anderen manchmal ziemlich schwer mache ihn zu erkennen.

Aber schön wäre das ja schon: In der Raupe den Schmetterling zu erkennen heißt ja auch: Sehen, was Gott möglich macht!

Vielfalt entdecken

Ich will es mal versuchen – und das schmetterlingshafte in mir zur Geltung bringen. Bestimmt entdecke ich dann noch mehr bunte Vielfalt um mich herum als jetzt.

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