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Der Synodale Weg
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Der Synodale Weg

Steffen Jahn
Ein Beitrag von Steffen Jahn, Referent für Weltkirche, Bischöfliches Generalvikariat Fulda
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Moderator/in:Die Katholische Kirche befindet sich gerade in einer großen Krise. Der Grund sind vor allem die Missbrauchsfälle, die in den letzten Jahren aufgedeckt wurden. Deshalb haben sich viele Menschen von der Kirche abgewendet und sind ausgetreten. Heute Abend startet in Frankfurt nun ein Prozess der Antworten auf die vielen Fragen liefern soll. Steffen Jahn von der katholischen Kirche, welche Fragen sollen denn dort geklärt werden?

 Die Teilnehmer werden sich in den Gesprächen zum Beispiel mit den Themen Macht, Glaubensweitergabe und der Rolle von Frauen in der Kirche beschäftigen. Das Besondere ist, dass beim „Synodalen Weg“, so heißt der Prozess, diesmal auch Laien, also nicht-geweihte Menschen dabei sind. Mit organisiert hat das Ganze auch das höchste Laiengremium der Kirche, der Zentralrat der Katholiken. Die Teilnehmer wollen kritisch und offen miteinander sprechen.  Und gemeinsam eine Antwort auf die zentrale Frage finden: Wie kann die Kirche verlorengegangenes Vertrauen wiederherstellen?

Das klingt ja nach einer großen Aufgabe.

Das stimmt allerdings! Und die Erwartungen sind sehr hoch. Deshalb nimmt sich die katholische Kirche auch Zeit für diesen Prozess. Der „Fahrplan“ sieht dabei so aus, dass es in den nächsten zwei Jahren insgesamt 4 Versammlungen geben soll und jede hat ein eigenes Schwerpunktthema. Jetzt in diesem Moment findet im Frankfurter Dom die Eröffnung zur ersten Versammlung des Synodalen Wegs statt. Das erste Thema ist der Umgang in der Kirche mit Macht und die Frage nach Beteiligung.

Es gibt ja aber auch Kritik am Synodalen Weg. Wieso denn das?

Einigen Bischöfen ist der Prozess zu „weltlich“ angelegt. Sie fordern stattdessen eine intensivere „geistliche Erneuerung“ und fürchten, dass könnte zu einer weiteren Spaltung führen. Aber vielleicht ist es deshalb auch gerade gut, dass bei den Gesprächen so viele ganz unterschiedliche Menschen und auch Jugendliche dabei sind.
Denn die katholische Kirche will damit zeigen, dass sie es ernst meint mit der Erneuerung. Und das ist jedenfalls ein guter Anfang - Ob das gelingt, wird sich dann im Verlauf des „gemeinsamen“ Weges zeigen.

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