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Mein Name - ein Geschenk
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Mein Name - ein Geschenk

Ute Zöllner
Ein Beitrag von

Ute Zöllner,

Evangelische Pfarrerin i.R., Pastoralpsychologin, Kassel
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Gertrud hat einen neuen Arbeitsplatz als Software-Entwicklerin. „Eine tolle Firma“, schwärmt sie. „Mein Arbeitsplatz ist richtig schick. Sogar Obst und Wasser bekommen wir vom Betrieb gestellt. Das gab es in meiner alten Firma nicht.“ Mein Team ist auch recht nett. Als ich mich vorgestellt habe, da haben sie aber komisch geguckt.“ „Komisch geguckt? Was meinst du damit?“, frage ich nach.
„Naja, als wir da so zusammenstanden, habe ich gesagt, wer ich bin. `Ich heiße Gertrud`. Da meinte einer aus dem Team: Da haben sie dir aber einen Namen verpasst. Das fand ich frech. Der Typ hat aber sofort hinterhergeschoben: Meinen Namen hätte ich mir aber auch lieber selber ausgesucht.
Getrud wirkt etwas trotzig: „Ich kann doch nichts dafür, dass meine Eltern mich nach meiner Patentante genannt haben. Schon in der Schule wurde ich immer geneckt. Im Übrigen ist meine Patentante eine tolle Frau.“

Ich kenne viele Menschen, die wie Gertrud mit ihrem Vornamen unzufrieden sind und lieber anders gerufen würden. So wird aus dem Namen `Annegret` die Kurzform `Anne` und aus `Elisabeth` die `Lisa`. Vor allem Kinder möchten einen Vornamen, mit dem sie nicht weiter auffallen. Mir ist es in der Schulzeit auch so ergangen. Ich hätte gerne einen anderen Vornamen gehabt. Denn mir gefallen längere Namen, besonders, wenn sie gut klingen.

Einen Namen trägt jeder von uns. Mein Name wird mir von meinen Eltern verliehen. Ich kann ihn mir nicht selber aussuchen, höchsten etwas frisieren, verkürzen. Dann klingt er vielleicht etwas modischer. Doch bevor ich sagen kann, ob mir mein Name gefällt, steht er bereits im Stammbuch mit Siegel und Unterschrift. Ich muss ihn so annehmen und kann ihn nur mit triftigen Gründen ändern.

Mit meinem Namen ist es so wie mit meinem Leben. Auch ich habe mich nicht selber ins Leben gerufen. Ich bin kein Produkt, sondern ein Geschöpf. Das kommt auch in dem Bibelvers zum Ausdruck, wenn es heißt: „Ich habe dich bei deinem Namen gerufen. Du bist mein.“ Gott steht am Anfang meines Lebens. Er hat mich geschaffen aus lauter Liebe. Das möchte mich stärken und helfen, mit mir selber auszukommen.

Niemand von uns hat sich selber gemacht. Keiner wurde gefragt, ob er sein will. Mein Name ist wie das Leben selber ein Geschenk. Mein Name sagt, wer ich bin. Mit ihm stelle ich mich vor und mache mich bekannt. Mit ihm werde ich verbunden. Da mag er modisch sein oder nicht. Da mag er anderen und mir gefallen oder nicht. Aber er ist mehr als eine Geschmacksfrage. Mein Name sagt mir: Du bist ins Leben gerufen. Du gehörst zu Gott.

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