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Respekt statt Gewalt
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Respekt statt Gewalt

Clemens Weißenberger
Ein Beitrag von

Clemens Weißenberger,

Katholischer Pastoralreferent, Frankfurt
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Als ich das gehört habe, war ich entsetzt. Da wird ein junger Verkäufer, 20 Jahre alt, mit einem Kopfschuss ermordet, quasi hingerichtet, weil er vorher einen anderen Mann darauf hinweist, dass er Maske tragen muss. Wie schrecklich! Ich kann das nicht verstehen.

"Unfassbar und erschreckend"....diese brutale Tat

Meine ersten Gedanken sind bei der Familie, bei Freundinnen und Freunden, wie unfassbar traurig und geschockt die sein müssen. Sie verlieren ihren Sohn, ihren Freund – und dann auch noch durch so eine unfassbar brutale Tat. Ich will mir nicht ausmalen, wie die Angehörigen und Freunde leiden müssen. Ich bete für sie und hoffe, dass sie Hilfe finden in ihrer Trauer und sich Menschen finden, denen es gelingt, ihnen Trost zu spenden. Den Angehörigen, Freunden und denjenigen, die von der Tat betroffen sind.

Ich find das so erschreckend und schlimm: Dass da jemand brutal tötet, weil er sich von Corona-Regeln gegängelt fühlt. Genauso schlimm finde ich es, dass es Kreise gibt, die diese Tat bejubeln. Das regt mich auf. Und finde es gut, was viele Politikerinnen und Politiker jetzt gesagt haben, zum Beispiel: „Wer einen Mord rechtfertig oder begrüßt, bereitet den Nährboden für Gewalt“.[1]

Ein friedvoller Umgang trotz Meinungsverschiedenheiten

In unserer Gesellschaft muss felsenfest klar sein: Ich darf einen anderen Menschen weder verletzen noch sogar töten. Dass wir diskutieren, über Corona-Regeln streiten, das erwarte ich in Deutschland. Schließlich leben wir hier in einer Demokratie, und zwar einer ziemlich guten. Denn ein friedvoller Umgang miteinander – trotz Meinungsverschiedenheiten – ist für mich die Grundlage einer funktionierenden Gesellschaft. Und für mich auch eine Frage meines Glaubens. Die goldene Regel, die Jesus als Handlungsgebot ausgegeben hat, besagt: Alles, was ihr von anderen erwartet, das tut auch ihnen! (Matthäus 7,12) Übersetzt bedeutet das für mich: Alles, was du willst, dass es dir geschieht, das tu auch für andere Menschen. Das bedeutet für mich: Ich wünsch mir eine Gesellschaft, in der wir uns gegenseitig achten und respektieren. In der wir unsere Meinung sagen können, aber uns zuhören und reden. Auch mit den Menschen, die anderer Meinung sind. Dass wir für Respekt einstehen und für ein friedliches Miteinander.

 

 


[1]https://www.merkur.de/politik/bundestagswahl-laschet-mord-tankstelle-idar-oberstein-querdenker-stralsund-merkel-cdu-90997379.html-

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