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Fernweh
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Fernweh

Elisabeth Krause-Vilmar
Ein Beitrag von

Elisabeth Krause-Vilmar,

Evangelische Pfarrerin, Bad Vilbel
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Flugzeuge lösen in mir manchmal Fernweh aus. Ich schaue ihnen dann nach und frage mich, wohin sie wohl fliegen. Seit einigen Jahren gibt es jetzt Apps, auf denen man verfolgen kann, wohin der Flug geht.
Öffne ich die App auf meinem Smartphone, sehe ich das geschäftige Treiben über mir.
Ich kann erkennen wohin sie fliegen: New York, Mexiko, Peking. Und das alles im Minutentakt. So viele Menschen sind gerade in der Luft und fliegen in die weite Welt.
Schaut man nach Amerika oder Asien, sieht man in der App, dass überall so viel im Himmel los ist. Eigentlich unvorstellbar.
Über uns gibt es eine weltumspannende Geschäftigkeit.

Der Blick in den Himmel zu den Flugzeugen relativiert vieles.
Mein Leben und mein Alltag kommen mir auf einmal nicht mehr so wichtig vor, wenn ich die vielen Flugzeuge im Himmel sehe und an die vielen Lebensgeschichten denke.
Der Blick in die Höhe zu den Flugzeugen ist für mich ein Perspektivwechsel.
Und auch die vielen Menschen die gerade im Flugzeug sitzen und die Erde von oben sehen, schauen aus einer anderen Perspektive. Reinhard Mey hat über diesen Perspektivwechsel ein Lied geschrieben. Darin heißt es:
Über den Wolken
Muss die Freiheit wohl grenzenlos sein
Alle Ängste, alle Sorgen
Sagt man
Blieben darunter verborgen
Und dann
Würde was uns groß und wichtig erscheint
Plötzlich nichtig und klein

Und diese Erfahrung kann jeder machen. Freiheit erleben, nicht nur über den Wolken, sondern auch hier auf Erden. Erfahren, dass manches nicht mehr so belastend ist, wenn ich es aus einer anderen Perspektive betrachte. Wenn ich bei einem Streit versuche die Position des Anderen wirklich zu verstehen.
Es gibt so viel zu entdecken, wenn ich ab und zu die Perspektive wechsle.
Diese Perspektivwechsel machen mich dankbar. Im Himmel und auf Erden.

 

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