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Wer will ein Schaf sein?
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Wer will ein Schaf sein?

Thomas Drumm
Ein Beitrag von

Thomas Drumm,

Evangelischer Pfarrer, Leiter der Akademiker-SMD, Marburg
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Määäähh. Ich bin doch kein blödes Schaf. So ein Schaf muss nicht selber denken. Trottet der Herde hinterher. Kann nicht selbst entscheiden, wo es gehen und bleiben möchte. Wird vom Hund gebissen, sobald es aus der Reihe tanzt.

Schaf sein? Nein danke

Nein, danke! Mit einem Schaf will ich nicht verglichen werden. Ich bin ein Mensch. Will selbst denken, frei sein. Selbst entscheiden, wohin ich gehe, was ich tue oder lasse.

Mit einem guten Hirten doch attraktiv

Andererseits, wenn ich darüber nachdenke, fällt mir auch das andere ein: So ein Schaf hat es gar nicht mal so schlecht. Einen Hirten haben kann auch entlasten und von vielen Sorgen befreien. Wenn der Hirte sich wirklich um die Schafe kümmert. Es gut mit ihnen meint. Saftige Weideplätze aussucht, für frisches Wasser und grünes Futter sorgt. Wenn der Hirte um die Gefahren auf dem Weg weiß, die Abgründe kennt und die Schafe vor ihren Feinden beschützt. Wenn der Hirten seine Schafe pflegt, wenn sie krank sind oder ein Bein gebrochen haben. Dann wäre das etwas anderes.

Eine Frage des Vertrauens

So einem Hirten zu folgen, würde mir leichter fallen. Wenn ich darauf vertrauen kann, dass er mich nicht für eigene Ziele missbraucht. Wenn ich spüre: Mein Hirte will das Beste für mich. Vielleicht haben sich die Leute solche Gedanken gemacht. Damals in der Bibel und bis heute, wenn sie Gott als ihren guten Hirten bezeichnet und gebetet haben: Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.

Jemand steht mir zur Seite

Diese Worte sind wie ein Stück Heimat. Sie geben Geborgenheit – gerade auch in schwierigen Zeiten wie diesen. Wie gut, wenn ich jemanden habe, der mir zur Seite steht – auch in schweren Tagen. Wie gut, wenn ich sagen kann: Gott ist mein Hirte.

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