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Auf Du und Du mit dem lieben Gott
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Auf Du und Du mit dem lieben Gott

Bernd Spriestersbach
Ein Beitrag von

Bernd Spriestersbach,

Evangelischer Schulpfarrer und Schulseelsorger, Hanau
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Vinzenz hat verstanden. Was Glauben ist: Auf Du und Du mit dem lieben Gott.
Ich kenne Vinzenz nicht persönlich. Aber ich habe seinen Eintrag im Besucherbuch der Stadtpfarrkirche in Fulda gelesen. Ich habe mir die Kirche angeschaut. Im ausliegenden Gästebuch geblättert. Und habe diesen Eintrag gefunden: „Lieber Gott, danke, dass bei Hans und Paula alles so gut geklappt hat.“ Zuerst ein Dank. Dann die Bitte: „Bitte lass uns alle gesund bleiben und hilf Manu, dass bei der Suche alles so sein soll, wie sie es möchte“ Und dann stand als Absender die Unterschrift: „Dein Vinzenz“.
„Dein Vinzenz“. Das finde ich klasse. So vertraut. Ja vertraulich. Das klingt für mich wie: „Lieber Gott – ich bin’s: dein Vinzenz. Ich habe dir das geschrieben. Und damit vor dich gebracht. Du kennst mich doch. Das weiß ich. Das glaube ich. Darauf vertraue ich. Du sorgst doch für mich. Lieber Gott.“
All das atmet für mich dieses „Dein Vinzenz“. Das nenne vertrauensvoll glauben.
Manch einer mag denken: Na ja, etwas naiv, ist das schon. Vielleicht. Aber für mich ist das ‚Glauben‘ wie Jesus ihn gemeint hat. Wenn er von Gott als dem ‚Vater im Himmel‘ redet. Und von den Menschen als Kinder Gottes.
„Dein Vinzenz“. Da weiß einer, wohin er gehört. An wen er sich wenden kann. Mit seinem Dank und seinen Bitten. So geht ‚Glauben‘. Ganz elementar. Diese Natürlichkeit der Beziehung zu Gott, die imponiert mir. Fehlt mir vielleicht manchmal. Wenn ich zu viel grüble. Mir das Glauben schwer mache. „Dein Vinzenz.“ Das ist direkt. Persönlich. Unverkrampft. Auf Du und Du mit Gott.
Wenn ich wieder einmal eine Kirche besichtige und es ein Gästebuch gibt – dann schreibe ich Gott, was mir dann wichtig ist. Vielleicht unterschreibe ich auch einfach einmal mit „Dein Bernd“. 

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