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Von alltäglich zu besonders
Bildrechte: Beate Hirt

Von alltäglich zu besonders

Simone Twents
Ein Beitrag von

Simone Twents,

Referentin für Glaubenskommunikation und Pastorale Innovation, Fulda
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Eigentlich wäre ich mit einer Freundin auf Malta gewesen, aber wegen der Corona-Beschränkungen war das nicht möglich. Unser Urlaub ist ausgefallen. Wir hatten uns so darauf gefreut. Stattdessen habe ich als kleines Trostpflaster diese Freundin von weiter weg zu mir nach Hause eingeladen. Wir haben uns eine schöne Zeit gemacht, sind ein bisschen rausgefahren und gewandert. Das haben wir sonst schon oft gemacht. Aber diesmal war es gar nicht so, dass wir gedacht hätten: "Unsere Pläne sind durchkreuzt! Der Urlaub auf Malta ist gestrichen! Jetzt müssen wir mindestens dies und das aus den Tagen rausholen, damit es irgendwie gut wird." Meine Freundin und ich waren nicht ernüchtert und enttäuscht. Wir waren glücklich. Dankbar. Froh!  Froh über das, was in den Wochen zuvor wegen Corona nicht möglich war. Meine Freundin und ich konnten Zeit miteinander verbringen. In echt. Am selben Ort! Wir konnten uns austauschen, wir hatten eine tolle Zeit zusammen, wir konnten sogar zum Wandern gehen! All das erschien uns so schön wie nie zuvor.
Durch den Lockdown, in dem das alles gar nicht ging, war ich in diesem Moment einfach so dankbar. Ich habe gemerkt, wie durch diese Corona-Zeit das, was mir sonst selbstverständlich vorkommt, (so) einen Wert bekommen hat. Ich habe mich so dankbar und beschenkt gefühlt. Das ist etwas, das ich mir behalten möchte aus dieser Zeit. Ich möchte die Corona-Zeit nicht nur als eine Art göttlichen Betriebsunfall sehen. Nicht nur als eine Störung, die hereinkam, und die wir jetzt wieder so einigermaßen eliminiert haben. Sondern ich möchte darin eine Zeit sehen, von der ich sage: "Danke Gott, du hast mir doch wieder eine Menge gezeigt und deutlich gemacht. Ich war doch sehr funktional und sehr in einem Anspruchsdenken drin. Aber es ist eigentlich ein Privileg, heute an diesem Tag zu sein. Mich mit dem beschenken zu lassen, was da ist. Es ist so viel Schönes in meinem Leben drin! Dafür bin ich dir dankbar."

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