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Der erste schöpferische Moment
Dimitris66/GettyImages

Der erste schöpferische Moment

Ein Beitrag von

Veit Dinkelaker,

Evangelischer Pfarrer und Referent am Bibelhaus Erlebnis Museum Frankfurt
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„Heureka – ich hab's herausgefunden!“, ruft die Forscherin, wenn die Gleichung nach allen Berechnungen stimmt. Hurra, ich habe eine Idee, denke ich, wenn mir nach langem Grübeln ein Geistesblitz kommt. Ein glücklicher Moment. Bei einer Forscherin mag das sogar ein Moment für die Ewigkeit sein, wenn sie damit eine wissenschaftliche These beweisen kann, eine bahnbrechende Erfindung gemacht oder ein Medikament gefunden hat.

"Wir sind von schöpferischen Momente umgeben"

Meine Geistesblitze und schöpferischen Momente sind nicht so folgenreich. Aber ich freue mich über sie, und sei es nur darüber, dass mir die richtige Idee für ein gutes Geschenk für jemanden eingefallen ist. Andere haben einen Geistesblitz für ein Kunstwerk. Eine Komponistin hört auf einmal mit ihrem inneren Ohr eine neue Melodie. Ein Fotograf entdeckt das besondere Motiv und drückt im richtigen Moment auf den Auslöser seiner Kamera. Jemand freut sich darüber, dass er die Worte gefunden hat, die den anderen das Herz aufgehen lassen. All das nenne ich schöpferische Momente. Es gibt viele von ihnen. Wir sind von schöpferischen Momente umgeben.

Der erste schöpferische Moment

Für den ganz großen schöpferischen Moment hat ein Schriftsteller der Bibel zeitlose Worte gefunden: „Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde und die Erde war Tohuwabohu und es war finster über der Tiefe und der Geist Gottes schwebte über den Wassern.“ (1. Mose 1)

Mit Licht beginnt das Wunder unserer Existenz

Das ist die Ausgangssituation. Und jetzt kommt’s: „Da sprach Gott: Es werde Licht! Und es ward Licht."  In der Bibel ist das der allererste schöpferische Moment. Mit Licht beginnt das Wunder unserer Existenz. Wir sind ein Teil von Gottes Schöpfung. Und wir können selbst schöpferisch sein. Eben dieses „Heureka! Ich hab’s gefunden!“, wenn jemand auf eine neue Erkenntnis kommt, etwas erfindet und schafft, im Großen wie im Kleinen.

Auf Heureka-Momente hoffen

Ich mag diesen Gedanke: Ich bin schöpferisch. Das stärkt mich für den Alltag. Zum Beispiel: Ich muss heute vor Leuten reden und habe mir natürlich ein Konzept gemacht. Aber ich weiß nicht, ob rüberkommt, was ich sagen will. Da hoffe ich auf einen Heureka-Moment, wenn ich dann merke, es kommt bei den Leuten an. Die können was damit anfangen.  Am besten ist, wenn sie eigene Einfälle dazu haben.

Schöpferische Geistesblitze für den Alltag

Oder die Geschenkidee, nach der ich suche. Ich brauche etwas für ein befreundetes Ehepaar. Die beiden haben praktisch alles und auch schon jedes neue Buch gelesen. Dann hatte ich die Idee: Ich lade die beiden in den Frankfurter Zoo ein. Da waren sie seit Lichtjahren nicht mehr. Aber ich weiß, dass sie große Fans der Seehunde sind.

Das sind die lichten Momente, die schöpferischen Geistesblitze, wenn jemand ruft: „Heureka! Ich hab’s!“

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