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Kleiner Kerl mit großer Hoffnung
Bild: Jarrod Blamey/Pixabay

Kleiner Kerl mit großer Hoffnung

Michael Becker
Ein Beitrag von

Michael Becker,

Evangelischer Pfarrer i. R., Kassel
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Er ist neun Jahre alt. Ein kleiner Kerl noch – aber mit großer Hoffnung. Tom wohnt in einem Dorf bei Koblenz. Und ärgert sich, dass Bewohner oft Müll einfach auf die Straße oder in die Hecken warfen. Das ist „respektlos“, sagt er einer Reporterin (swr.tv). Und beschließt, dem ein Ende zu machen. Seit einigen Wochen fährt er samstags mit einem Bollerwagen durch die Straßen und sammelt Müll auf. Drei Stunden lang. Erst haben ein paar Kinder gelacht. Jetzt aber gehen noch zwei andere mit ihm. Und weil Müll ja oft nicht angenehm ist, haben sie dicke Handschuhe an und Zangen zum Aufsammeln. Wenn sie fertig sind, ist ihre kleine Welt etwas schöner geworden.

Aber was noch wertvoller ist: Die Welt ist ihnen nicht egal. Sie wollen sie gut machen. Sie denken nicht: Was geht mich das an; sollen sich doch andere darum kümmern. Nein, die Kleinen folgen ihrer großen Hoffnung: Da, wo wir leben, soll es schön sein. Und wenn etwas nicht so gut ist, wollen wir es besser machen – mit unserer kleinen Kraft.

Eine Osterhoffnung ist das; eine große noch dazu. Die Welt soll uns nicht gleichgültig werden. Es soll uns nicht egal sein, was in der Straße und im Ort passiert. Und wenn etwas nicht gut ist, können wir es vielleicht gut machen mit Gottes Hilfe. Dann geht es uns selber auch besser. Gleichgültig sein ist ein Übel. Lieber will ich mich kümmern. Das Schöne ist ja: Wer sich kümmert, verkümmert nicht. Sondern bleibt lebendig. Auferstehung und neues Leben beginnen immer dort, wo mir etwas nicht gleichgültig ist.

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