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"Weniger vergleichen!"
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"Weniger vergleichen!"

Dr. Barbara Brüning
Ein Beitrag von

Dr. Barbara Brüning,

Katholische Journalistin, Autorin und Systemische Familienberaterin, Frankfurt
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Wenn man Kinder hat, dann kommt man ja um das Thema Vergleichen nicht herum. Egal wie viel Mühe man sich gibt. Das fängt bei den Kleinen an, die vergleichen, wer mehr Kartoffelbrei bekommen hat oder mehr Gummibärchen von Oma. Bei wem man womöglich länger vorgelesen hat beim Zubettbringen. Viele Menschen verfolgt es ihr Leben lang: Wer hat mehr? Warum sie und nicht ich? Dabei ist Gleichbehandlung doch oft so doof. Wenn ich was kriege, was ich gar nicht will zum Beispiel. Das Kind, das keine Gummibärchen mag, aber trotzdem einen Aufstand macht, weil es eben ungerecht ist, weniger zu bekommen.

Ungleiche Puzzleteile setzen das Bild zusammen

Mir sind neulich beim Aufräumen ein paar alte Puzzles der Kinder in die Hände gefallen. Um nachzusehen, ob noch alle Teile da sind, habe ich sie einfach noch mal zusammengesetzt. Auf einmal ist mir klar geworden: Beim Puzzlen werden eigentlich nie gleiche, sondern immer entgegengesetzte Teile gesucht. Auf ein Teil mit einer Aussparung passt immer eines, das die Lücke füllen kann. Und am Ende ist das Puzzle nur vollständig, wenn wirklich alle da sind. Fehlt nur ein einziges, dann ist es praktisch wertlos. Und welches Puzzleteil ist nun das Wichtigste? Oder das Beste? Das spielt keine Rolle.

Jeder bringt mit, was er am besten kann

Ich finde, das ist ein gutes Bild, um aus dem ewigen Vergleichen heraus zu kommen. Und es passt eigentlich viel besser: Einer isst eben die Gummibärchen, der andere die Schokolade. Hauptsache – am Ende ist alles gegessen? Jeder bringt mit, was er am besten kann. Dann werden alle satt.

Viele unterschiedliche Teile ergänzen sich zu einem Organismus

In der Bibel gibt es das Bild des einen Leibes. Ich glaube, man sagt heute eher: ein Organismus. Viele Funktionen sind notwendig, damit er überlebt. Wenn alle nur die Hand sein wollen oder das Gehirn, dann kommt er nicht weit. Und das passt auf Familien, Gesellschaften und die ganze Welt. Wenn es nur einem schlecht geht, dann leidet der ganze Organismus. Aber wenn es allen gut geht und sie sich sinnvoll ergänzen, dann blüht auch das Ganze auf!

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