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Beten für Wien
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Beten für Wien

Christina Ellermann
Ein Beitrag von

Christina Ellermann,

Pastoralreferentin an der Edith-Stein-Schule in Darmstadt
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Moderator/in: Der Terroranschlag gestern in Wien hat unser Nachbarland Österreich tief erschüttert. Die Trauer und das Entsetzen sind groß, nicht nur in Wien, sondern überall - auch bei uns in Deutschland. Christina Ellermann von der katholischen Kirche – was ist dir durch den Kopf gegangen, als du die Bilder und Berichte aus Wien gesehen hast?

Ich war auch geschockt – und mit Wien fühle ich mich besonders verbunden: Wien ist meine Lieblingsstadt. Ich habe sofort Bilder und schöne Momente von dort im Kopf.

Für mich ist es unbegreiflich, wie man Menschen so etwas antun kann. Und ich denke natürlich an die Toten und Verletzten und deren Familien und Freunde – ich konnte letzte Nacht nicht gut schlafen und habe ein Gebet Richtung Himmel geschickt: Lieber Gott, sei bei den Menschen, die da betroffen sind!

Glaubst du, dass Beten helfen kann in so einer Situation?

Ich denke, es hilft vielen Menschen, wenn sie erst mal ihr Entsetzen und ihre Trauer loswerden können. Und vielleicht kommt auch die Frage: Warum, lieber Gott, warum ist so was passiert, warum lässt du so was zu? Und das ist ok: die Bibel und Jesus selbst fragen: Warum das Leid?

Beim Beten darf ich meine Angst zeigen und auch meine Wut und Trauer. Ich glaube: Beten verbindet die Menschen. Vielleicht gehen die Menschen in den nächsten Tagen auch zu den Attentats-Orten oder in die Gotteshäuser, wenn die Gefahr vorüber ist. Vielleicht zünden sie Kerzen an und beten füreinander. Und gerade in Zeiten, wo wir uns nicht miteinander treffen können, hilft es, glaube ich, ganz bestimmt, aneinander zu denken und füreinander zu beten. Wenn Menschen füreinander beten, dann bitten sie Gott für den anderen, der jetzt weint. Beten ist für mich Solidarität und die tut gut - gerade jetzt. Und deshalb gehen meine Gedanken und meine Gebete heute Abend zu den Menschen nach Wien.

 

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