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Allerheiligen erinnert an große Vorbilder
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Allerheiligen erinnert an große Vorbilder

Dr. Fabian Vogt
Ein Beitrag von

Dr. Fabian Vogt,

Evangelischer Pfarrer in der Öffentlichkeitsarbeit, Darmstadt
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Moderator/in:Heute ist Allerheiligen. Ein christlicher Feiertag, der schon seit dem 4. Jahrhundert gefeiert wird.
Fabian Vogt von der Evangelischen Kirche: Worum geht es denn genau an Allerheiligen?

Also: Wenn Menschen in der frühen Kirche für ihren Glauben an Jesus Christus gestorben sind, dann wurden sie als Märtyrer zu Heiligen ernannt – und jeder Heilige bekam einen eigenen Gedenktag. Nun war das Problem: Bald gab es mehr Heilige im Jahr als Tage. Und da hat man gesagt: Gut, wir machen eine Feier für alle Heiligen … deshalb: Allerheiligen.

Aber die Protestanten haben es doch gar nicht so mit den Heiligen, oder?

Stimmt. Martin Luther hat sich darüber geärgert, wie intensiv Heilige im Mittelalter verehrt wurden, weil er überzeugt war: Anbeten kann man nur Gott.

Trotzdem fand auch Luther: Heilige sind Vorbilder. Und deshalb feiern wir als Protestanten ja auch Sankt Martin oder Nikolaus. Und die Frage nach guten Vorbildern ist nach wie vor brandaktuell.

Inwiefern? Hast du mal ein Beispiel?

Na, ich habe mir letztes Jahr mit ein paar Freunden die Frage gestellt: „Welche zwei Personen haben uns in unserem Leben (abgesehen von den Eltern) am meisten geprägt?“ Das war ein total packendes Gespräch, weil wir festgestellt haben: Wir haben alle Vorbilder. Für mich zum Beispiel ein Lehrer, der in jedem das Gute gesehen hat.

Das ist der zeitlos starke Ansatz von Allerheiligen: Menschen, von denen ich was lernen kann.  

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