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Hessens erste Bischöfin
Bildquelle: medio.tv/Schauderna

Hintergründe

Hessens erste Bischöfin

Professorin Dr. Beate Hofmann an die Spitze der Evangelischen Kirche in Kurhessen-Waldeck gewählt

Die Landessynode der Evangelischen Kirche in Kurhessen-Waldeck hat am 9. Mai 2019 Dr. Beate Hofmann zu ihrer neuen Bischöfin gewählt. Hofmann erhielt im zweiten Wahlgang 78 von 84 Stimmen. Ihre Mitkandidatin Annegret Puttkammer, Pröpstin für Nord-Nassau aus der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, zog ihre Kandidatur nach dem ersten Wahlgang zurück.

In ihrer Dankesrede sagte Hofmann, bisher Direktorin des Instituts für Diakoniewissenschaft und Diakoniemanagement in Bethel: „Sie haben mir damit einen Schlüssel anvertraut zu der Tür in einen neuen Lebensabschnitt und in Ihre Kirche, einen Schlüssel für eine Schlüsselfunktion in dieser Kirche. Ich danke allen, die mir dafür ihr Vertrauen gegeben haben und ich hoffe, dass ich auch die Unterstützung derer gewinne, die mich nicht gewählt haben.“

Sie betonte, sie habe hohen Respekt vor diesem Amt, gehe es mit Mut, aber auch Demut an. Dabei wünsche sie sich die Begleitung der Synodalen durch Gebet, durch gute Ideen und notwendige Kritik, aber auch durch Offenheit für Gottes Geist und seine erneuernde Kraft.

Sie freue sich auf die Zusammenarbeit mit Haupt- und Ehrenamtlichen „im gemeinsamen Weiterbau an Kirche als Haus Gottes, damit unsere Türen für viele Menschen aufgehen und sich auch Türen zu Gott und neue Erfahrungen mit dem Glauben erschließen.“

Im ersten Jahr habe sie vor, mit möglichst vielen und möglichst unterschiedlichen Menschen in der Landeskirche zu sprechen und vor allem zuzuhören, wo Probleme liegen, was ärgert und was begeistert und wo Ideen und Chancen sind. Sie freue sich auch auf die Zusammenarbeit mit Medien und Politik und anderen Kooperationspartnern in der Zivilgesellschaft, mit den katholischen und den  jüdischen und muslimischen Nachbarinnen und Nachbarn.

Dr. Beate Hofmann wird die Nachfolgerin von Bischof Dr. Martin Hein, der dieses Jahr in den Ruhestand geht. Seine Verabschiedung und die Einführung von Beate Hofmann als neue Bischöfin findet am Sonntag, 29. September 2019, statt. Dieser Gottesdienst wird auch im hr Fernsehen übertragen werden.

Dr. Beate Hofmann ist seit Oktober 2017 Direktorin des Instituts für Diakoniewissenschaft und Diakoniemanagement der Kirchlichen Hochschule in Bethel/Bielefeld. Schwerpunkte ihrer dortigen Tätigkeit sind das Zusammenspiel von Haupt- und Ehrenamt in Kirche und Diakonie und  die Gestaltung diakonischer Unternehmenskultur.

Frau Hofmann ist in Bad Tölz, Miesbach und Regensburg aufgewachsen. Ihr Studium führte sie nach Bethel, Heidelberg, Evanston (USA), Hamburg und München. Durch ihr Vikariat in München-Hasenbergl und ihre Tätigkeit als Gemeindepfarrerin in München-Großhadern machte sie Erfahrungen in der Arbeit mit unterschiedlichen sozialen Milieus.

Hofmann promovierte 1999 an der Ludwig-Maximilians-Universität München zum Thema „Der Bayerische Mütterdienst der Evangelisch-Lutherischen Kirche. Geschichte und Arbeitsweise im Spiegel von Dokumenten und Interviews“. Anschließend war sie bis 2003 Theologische Studienleiterin des Fortbildungszentrums der Diakonie Neuendettelsau und zugleich Pfarrerin in der Anstaltsgemeinde St. Laurentius.

Von 2003 bis 2013 lehrte sie als Professorin für Gemeindepädagogik und Kirchliche Bildungsarbeit an der Evangelischen Hochschule Nürnberg. Sie bildete Religionspädagoginnen und Religionspädagogen sowie Diakoninnen und Diakone aus. Weiterhin arbeitete sie zu Fragen der Gemeindeentwicklung und Glaubenskommunikation sowie des Ehrenamtes und der Engagementforschung im kirchlichen Kontext. Erwachsenenbildung war auch das Thema ihrer Habilitation an der Augustana-Hochschule Neuendettelsau: „Sich im Glauben bilden. Der Beitrag von Glaubenskursen zur religiösen Bildung und Sprachfähigkeit Erwachsener“ im Jahr 2013.

Seit Oktober 2013 lehrt die Professorin für Diakoniewissenschaft und Diakoniemanagement an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal / Bethel. Frau Dr. Hofmann engagiert sich in zahlreichen Gremien in den Bereichen Diakonie und Erwachsenenbildung. Zudem ist sie Mitglied des Beirates des Referats für Chancengerechtigkeit der EKD (seit 2016). Sie verfügt über eine Ausbildung zur Gemeindeberaterin und zur geistlichen Begleiterin und war über zehn Jahre nebenamtlich als Gemeindeberaterin tätig.

Verheiratet ist Beate Hofmann in zweiter Ehe mit dem katholischen Physiker Dr. Stefan Geis. Sie spielt Harfe und Klavier, ist kulturell interessiert, liest gerne und findet ihren Ausgleich bei Sport und Gartenarbeit.

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