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Beten und Handeln gegen den Missbrauch

Hintergründe

Beten und Handeln gegen den Missbrauch

Es ist ein furchtbares Verbrechen: Menschen wurden von Kirchenmitarbeitern sexuell missbraucht. Die Kirchen beginnen, das Leid zu sehen und aufzuarbeiten.

Am Mittwoch, 20.11.2019, hat das Bistum Limburg unter dem Titel „Sexueller Missbrauch wurde vertuscht“ einen unabhängigen juristischen Bericht sowie Stellungnahmen des  ehemaligen Personalchefs Helmut Wanka  und von Altbischof Franz Kamphaus veröffentlicht. Der aktuelle  hr1 Zuspruch von Beate Hirt geht auf diese Meldung zur Vertuschung von Missbrauch und die Berichterstattung - unter anderem in der hessenschau - ein. 

Einen „Gebetstag für Betroffene von sexuellem Missbrauch“ begeht die katholische Kirche am 18. November, es ist zugleich der europäische Gedenktag zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch. Beten muss mit Handeln gegen den Missbrauch einhergehen:

Im Bistum Mainz ist im Sommer 2019 ein Projekt zur unabhängigen Aufklärung von Vorfällen sexuellen Missbrauchs gestartet, mit dem Titel "Erfahren.Verstehen.Vorsorgen." Betroffene und Menschen, die von einem Missbrauch wissen, sind ausdrücklich aufgerufen, sich an den Ansprechpartner für das Bistum Mainz, Rechtsanwalt Ulrich Weber aus Regensburg, zu wenden (Harzstraße 22, 93057 Regenburg, Tel. 0941 / 7060631, https://www.uw-recht.org/). Er arbeitet unabhängig von der Kirche und absolut vertraulich. Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf wirbt in einem Brief zum 18. November noch einmal für dieses Projekt.

Im Bistum Limburg ist das Projekt zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs überschrieben mit „Betroffene hören – Missbrauch verhindern“, es soll  Konsequenzen aus der Missbrauchsstudie der Deutschen Bischofskonferenz ziehen und eine neue Kultur des Hinsehens im Bistum etablieren. Auch die kirchenspezifischen systemischen Faktoren, die sexuellen Missbrauch und den Schutz der Täter begünstigt haben, sollen herausgearbeitet und verändert werden. Menschen, die Opfer von sexuellem Missbrauch geworden sind, oder auch Eltern und Angehörige von Opfern können sich direkt an die beauftragten Ansprechpartner des Bistums Limburg wenden.

Im Bistum Fulda gibt es ebenfalls eine Beratungsstelle für Menschen, die von sexuellem Missbrauch durch Geistliche oder kirchliche Mitarbeiter*innen betroffen sind oder davon Kenntnis haben.https://www.bistum-fulda.de/bistum_fulda-wGlobal/wGlobal/layout/images/trans.gif

Informationen und Beratungsangebote der Katholischen Kirche in Deutschland zum Thema Missbrauch gibt es auch auf den Internetseiten der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) und des Bistums Trier.

Die Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hat auf ihrer 6. Tagung der Synode vom 10. bis 13. November 2019 in Dresden intensiv über das Thema Missbrauch beraten und einen „Beschluss zur Verantwortung und Aufarbeitung bei sexualisierter Gewalt“ verabschiedet. Informationen zu „Prävention – Intervention – Hilfe“ gibt es auf der Homepage der EKD. Die „Zentrale Anlaufstelle Help“ stellt unabhängig und anonym Beratung und Ansprechpartner*innen bereit.

hr-Kirchensendungen zum Thema „Sexueller Missbrauch in der Kirche“

In den kirchlichen Sendungen beim Hessischen Rundfunk ist „Sexueller Missbrauch in der Kirche“ immer wieder Thema:

Im hr2 Zuspruch „Missbrauch in der Kirche: die Opfer sehen“ am 18. November 2019 erzählt Alexander Matschak aus Wiesbaden darüber, wie ihm das Thema ganz nah kam, als er von einem Betroffenen in seinem Bekanntenkreis erfuhr: „Plötzlich kenne ich da jemanden, der diese Hölle erlebt haben muss.“

Im hr4 Übrigens „Gebetstag für die Opfer des sexuellen Missbrauchs“am 18. November 2019 spricht Barbara Brüning aus Frankfurt über die Scham und über die heilende Kraft des „Darübersprechens“.

Weitere Beiträge:
hr1 Zuspruch „Missbrauchsskandal und die Konsequenzen“ von Clemens Weißenberger vom 29.09.18
hr1 Zuspruch „Die Wahrheit über den Missbrauch ans Licht bringen“ von Verena Kitz vom 18.08.2018
hr3 Moment Mal „Missbrauchsstudie der Bischöfe“ von Gunnar Bach vom 25.09.2018
hr1 Zuspruch „Frauenprotest und päpstliches Schreiben“ von Beate Hirt am 11.05.2019
hr3 Moment Mal „Spotlight“ von Fabian Vogt vom 25.02.2016

und über die Themensuche unserer Homepage:
Thema „Missbrauch“ auf kirche-im-hr.de
 

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