Echte Freunde
Vor knapp drei Wochen war in Fulda der 63. Hessentag. Über eine Million Menschen strömten durch die gesamte Stadt und genossen ein herrliches Programm. Mit so viel Liebe zum Detail hatten die Veranstalter alles organisiert. Überall Stände, Bühnen, Initiativen. Menschen, die gezeigt haben, wofür ihr Herz schlägt. Bunt, vielfältig, lebendig. Und mittendrin: ein starkes Gefühl von Gemeinschaft - so mein Resümee.
Hessentag in Fulda: Begegnungen, die bleiben
Auch mein Weg über den Hessentag war geprägt von unzähligen, schönen und inspirierenden Begegnungen. Bekannte, Freunde, Kollegen; manche flüchtig, andere intensiver. Eine Randbegegnung lässt mich bis heute nicht los. Obwohl ich nur im Vorübergehen Zeugin eines Gesprächs wurde.
Eine zufällige Szene: Ein Vater erklärt seinem Sohn die Welt
Ein kleiner Junge, vielleicht fünf oder sechs Jahre alt, steht auf dem Gelände der Bundeswehr-Schau in der Fulda-Aue. Neben ihm sein Vater. Der Sohn fragt: „Papa, was sind das für Männer in diesen grünen Anzügen?“
Bundeswehr einfach erklärt: Schutz, Verantwortung und Einsatz
Der Vater bleibt stehen, wendet sich seinem Sohn zu und legt ihm die Hand auf die Schulter. In meinem Kopf sofort ein skeptisches: „Was kommt denn jetzt?“ Und dann sagt der Vater: „Das sind Menschen, die alles dafür tun, andere Menschen zu beschützen. Auch uns, wenn wir in Gefahr sind. Diese Männer und Frauen sind sogar bereit, für andere Menschen, die sie gar nicht kennen, ihr Leben einzusetzen und zu sterben, um sie zu beschützen.“ Stille. Die beiden gehen weiter. Ich auch.
Nächstenliebe im Alltag: Wenn Fremde für andere einstehen
Aber dieser Moment ist geblieben. In mir klingt nach: Es gibt Menschen, die dich gar nicht kennen und ihre Berufung trotzdem darin sehen, alles dafür zu geben, dass es dir gut geht. Im ersten Moment denke ich: So etwas kenne ich von Menschen, die mir besonders nahestehen: Partner, Eltern, Geschwister, beste Freunde. Aber Fremde? Und ich frage mich selbst: Was bin ich bereit, für andere zu geben? Wie weit würde ich gehen? Und ganz ehrlich: Kann ein Mensch diesen Anspruch überhaupt erfüllen?
Hingabe als Kern des Glaubens
Für mich ist dieser Moment noch mehr. Er ist auch ein Moment, in dem mir etwas von Gott aufgeht. Ich bin Gott so wichtig, dass er alles dransetzt, mich zu bewahren. Das heißt nicht, dass alle Herausforderungen und Schwierigkeiten an mir vorübergehen. Aber es heißt: Gerade in diesen schwierigen Momenten will Gott mich in seiner Liebe halten und bewahren. Manchmal vergesse ich das.
Echte Freunde erkennen: Warum Einsatz für andere zählt
Aber das Gespräch zwischen Vater und Sohn hat mich daran erinnert. Denn im Kern geht es genau darum im christlichen Glauben: Gott kommt uns entgegen, er hat seinen Sohn Jesus in die Welt gesandt, damit wir gerettet werden, damit wir leben, damit wir nicht verloren gehen. Und Jesus gibt dafür sein Leben. Damit wir sagen können: Da ist einer, der es wirklich gut mit mir meint. Ein Freund.